Niedersachsen vergibt Impftermine für Prioritätsgruppe 3

Stand: 06.05.2021 19:56 Uhr

Ab 10. Mai sollen in drei Stufen weitere Menschen der Priorisierungsgruppe 3 Impftermine bekommen. Außerdem gibt es Modellprojekte in fünf großen Betrieben.

Wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag in der Landespressekonferenz mitteilte, sollen sich ab Montag alle Personen ab 60 Jahren, Vorerkrankte und Menschen mit prekären Wohnverhältnissen anmelden können. Eine Woche später wird der Kreis der Berechtigten um Beschäftigte des Lebensmittel-Einzelhandels sowie um Mitarbeitende von Verwaltung, Polizei und Justiz erweitert. In einem dritten Öffnungsschritt am 31. Mai sollen dann auch Wahlhelfende und Beschäftigte der sogenannten kritischen Infrastruktur Termine bekommen. Dazu gehören zum Beispiel Mitarbeitende von Apotheken, aus dem Bereich Transport und Verkehr sowie der Pharmaindustrie. Seit Mai können sich in Niedersachsen aus der Priorisierungsgruppe 3 bereits Lehrkräfte an weiterführenden Schulen, Feuerwehrleute und Beschäftigte der Jugendhilfe für eine Impfung anmelden. Laut Behrens soll die Impfpriorisierung dann voraussichtlich im Juni komplett aufgehoben werden.

Impfberechtigte müssen Geduld aufbringen

Trotz der weiteren Öffnung der Impfkampagne rief Behrens die Menschen im Land zu Geduld auf. "Derzeit stehen noch mehr als 500.000 Niedersächsinnen und Niedersachsen auf der Warteliste für einen Impftermin", betonte die Ministerin. "Leider haben wir noch immer nicht so viel Impfstoff zur Verfügung, dass wir allen Impfberechtigten auch sofort ein Impfangebot machen können." Aufgrund des zu erwartenden hohen Anrufaufkommens an der Hotline empfahl sie, möglichst das Onlineportal für die Anmeldung im Impfzentrum zu nutzen. Wer bereits auf der Warteliste steht, muss sich nicht erneut anmelden. Die Berechtigten können zudem Termine bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten vereinbaren.

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Modellprojekte in fünf großen Betrieben

Unterdessen sollen vor der Einbindung der Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfkampagne ab 7. Juni vom kommenden Montag an in fünf Unternehmen Modellprojekte starten. Dies sind Volkswagen mit einem eigenen Impfzentrum in Wolfsburg, die Salzgitter AG, Rossmann, Rewe in Hannover sowie Sartorius in Kooperation mit dem Impfzentrum Göttingen. "Ich bin froh, dass sich die Unternehmen zur Verfügung stellen", sagte Behrens. So könnten wichtige Erkenntnisse für den flächendeckenden Start der Impfungen in den Betrieben gesammelt werden. Für das Modellprojekt sollen insgesamt 11.700 Impfdosen bereitgestellt werden. "Die Betriebsärzte werden neben den Impfzentren und den Hausärzte die wichtige dritte Säule der Kampagne, da sie viele Menschen impfen können", so Behrens.

Impfpläne auch für Jugendliche

Behrens kündigte zudem an, dass auch Schülerinnen und Schüler möglichst zügig gegen das Coronavirus geimpft werden sollen. "Ich bin sehr daran interessiert, dass wir die 12- bis 18-Jährigen schnell in die Impfkampagne einbeziehen", sagte die Ministerin. Insgesamt handele es sich bei dieser Gruppe um rund 450.000 junge Menschen. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat in den USA und Europa die Zulassung seines Impfstoffes für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren bereits beantragt. Bislang ist die Vakzine ab 16 Jahren zugelassen.

Fast jede dritte Person in Niedersachsen geimpft

Fast jede dritte Person (31,5 Prozent) hat in Niedersachsen inzwischen mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts hervor, in dem Niedersachsen im bundesweiten Vergleich aktuell den fünften Platz belegt. 7,5 Prozent der Geimpften haben Stand Dienstag bereits beide Spritzen für den vollständigen Immunschutz erhalten. Behrens hatte sich jüngst optimistisch gezeigt, dass die Priorisierung für die Impfungen voraussichtlich Ende Mai aufgehobenwerden kann - vorausgesetzt, die angekündigten Impfstoffmengen werden auch geliefert.

Landesregierung will Corona-Regeln lockern

Der Corona-Krisenstab informiert normalerweise jeden Dienstag in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Niedersachsen. In dieser Woche wurde der Termin auf Donnerstag verschoben, da die Landesregierung am Dienstag geplante Lockerungen vorgestellt hat, die mit der neuen Corona-Verordnung am 10. Mai in Kraft treten sollen. Unter anderem sollen Einzelhandel, Gastronomie und Tourismusbetriebe bei einer Inzidenz unter 100 öffnen dürfen. An allen Schulen und in Kitas soll zudem ab Montag Wechselunterricht bis zu einer Inzidenz von 165 möglich sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.05.2021 | 13:00 Uhr

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