Stand: 18.04.2019 09:39 Uhr

Alkohol bleibt Suchtmittel Nummer eins

Alkohol ist und bleibt in Niedersachsen das Suchtmittel Nummer eins. Das geht aus jüngsten Zahlen der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen hervor, die NDR 1 Niedersachsen vorliegen. Fast die Hälfte aller Suchtberatungsgespräche in Niedersachsen drehen sich demnach um die Alkoholsucht. Damit liegt Niedersachsen im Bundestrend: Auch deutschlandweit ist Alkohol neben Tabak nach wie vor das größte Suchtmittel. Das geht aus dem aktuellen Jahrbuch für 2017 der Hauptstelle für Suchtfragen hervor.

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Jeder Deutsche trinkt eine Badewanne Alkoholika

In Niedersachsen haben sich 2017 rund 44.000 Menschen wegen ihrer Suchtprobleme beraten lassen. Bei 18 Prozent der Beratungsgespräche in Niedersachsen ging es um illegale Drogen wie Heroin, hier gab es einen leichten Rückgang. Um Cannabis drehte sich knapp ein Fünftel der Gespräche. In 45 Prozent der Fälle ging es jedoch um Alkohol. Statistisch betrachtet trank jede Person in Deutschland 131 Liter Wein, Bier oder Schnaps - ein Rückgang um zwei Prozent, aber immer noch ungefähr so viel, wie in eine Badewanne passt. Deutschland bleibe ein "Hochkonsumland in Bezug auf Alkohol", so der Bericht - und das hat Auswirkungen: Bei 231.300 Straftaten standen in dem Untersuchungszeitraum die mutmaßlichen Täter unter Alkoholeinfluss. Jährlich seien 74.000 Todesfälle auf den Konsum von Alkohol oder die kombinierte Einnahme von Alkohol und Tabak zurückzuführen.

Trotz Verbots gibt es Online-Glücksspiele

Bei Suchtkrankheiten ohne Rauschmittel lag in den Beratungsstellen in Niedersachsen 2017 das Glücksspiel vorn. In Deutschland gelten rund 180.000 Menschen als spielsüchtig. Viele der Spielsüchtigen spielen mittlerweile nicht am Automaten in der Spielhalle, sondern online. Glücksspiele wie Poker und Casino-Spiele sind in Deutschland im Internet verboten. Allerdings gibt es trotzdem Anbieter, die ihren Firmensitz in anderen Ländern haben und die entsprechende Spiele anbieten. Das niedersächsische Sozialministerium setzt darauf, vor allem jüngere Menschen schon früh über die Gefahren aufzuklären, zum Beispiel über das Internetportal Check dein Spiel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Außerdem gibt es laut der Landestelle für Suchtfragen in 24 Fachberatungsstellen Experten für Glücksspielprobleme.

Hier finden Sie Hilfe bei Suchtproblemen

Die bundesweit einheitliche "Sucht & Drogen Hotline" ist unter der Telefonnummer (01805) 313 031 rund um die Uhr zu erreichen. Sie bietet telefonische Beratung, Hilfe und Informationen rund um Drogen und Sucht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Infotelefon zur Suchtprävention geschaltet, das montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr sowie freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer (0221) 89 20 31 zu erreichen ist. Ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen in Deutschland bietet die BZgA im Internet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.04.2019 | 08:00 Uhr

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