Stand: 14.01.2020 15:45 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Wolgast: Peene-Werft an Marine-Großauftrag beteiligt

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Mit dem neuen Großauftrag soll die Zukunft der Peene-Werft gesichert werden.

Die Wolgaster Peene-Werft profitiert von einem Großauftrag der Deutschen Marine. Die Schiffbauer, die zur Lürssen-Gruppe aus Bremen gehören, sind an dem Bau von vier neuen Mehrzweckkampfschiffen des Typs MKS 180 beteiligt. Das bestätigten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und der CDU-Bundestagsabgeordnete und Haushaltsexperte Eckhardt Rehberg.

Peene-Werft spezialisiert auf Marine-Schiffe

Das Bundesverteidigungsminsterium hat den milliardenschweren Rüstungsauftrag an die niederländische Damen Shipyards Group vergeben - darüber hatte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Peter Tauber (CDU), am Montagabend den Verteidigungsausschuss des Bundestages informiert. Beteiligt an dem Sieger-Konsortium ist auch der Lürssen-Konzern. Seine Peene-Werft in Wolgast ist spezialisiert auf den Bau von Marine-Schiffen.

Mehr Bundeswehr-Aufträge?

Der CDU-Abgeordnete Rehberg sagte, rund 5,3 Milliarden Euro seien für den Auftrag im Bundeshaushalt eingeplant, die Peene-Werft werde einen Großteil realisieren. Ministerpräsidentin Schwesig sprach von "guten Nachrichten für die Werftmitarbeiter und guten Industriearbeitsplätzen" im Land. Das sichere eine positive Zukunft der Werft. Es sei Ziel gewesen, so Schwesig, der Werft mehr Bundeswehr-Aufträge zu geben. Nach unbestätigten Informationen soll mit dem Bau im Jahr 2023 begonnen werden. Die Lürssen-Gruppe hat sich bisher nicht geäußert. Lieferungen von Patrouillenbooten nach Saudi-Arabien hatte die Peene-Werft seit 2018 immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. Wegen der Menschenrechtssituation in dem arabischen Land hatte die Bundesregierung einen Export-Stopp verhängt. Das brachte der Werft mit ihren 300 Beschäftigten Kurzarbeit ein. Aufträge aus Deutschland sollten den Schiffbauern aus Vorpommern wieder eine stabilere Lage bringen. Das ist durch Reparaturbestellungen und Beteiligung am Korvettenbau offenbar auch geschehen.

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Kritik an Vergabe

Die Vergabe des Rüstungsauftrags stößt aber auch auf Kritik: Die Linksfraktion erklärte, es sei zynisch, den Bau eines Kampfschiffes als gutes Zeichen zu werten. Mit dem Geld hätten auch in Wolgast sinnvolle zivile Projekte verwirklicht werden können, so der Abgeordnete Peter Ritter. Ganz anders argumentiert der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold aus Barth. Er kritisierte die EU-weite Ausschreibung des Großprojekts und die Vergabe an ein niederländisches Unternehmen: Deutschland werde nur zur Werkbank der Niederlande, so Reinhold. Die IG-Metall Küste kritisierte das europaweite Verfahren ebenfalls, auch, weil die Thyssen Werft in Kiel dabei leer ausging. Deutschland brauche aber weiter die Technologie im eigenen Land, so Bezirksleiter Daniel Friedrich. Die Gewerkschaft will am Donnerstag mit Betriebsräten der norddeutschen Werften und der Zulieferer das weitere Verfahren besprechen.

Große Seeräume patroullieren

Die Bundeswehr bezeichnet das MKS 180 als "Allzweckwaffe". Es soll in der Lage sein, "überall auf der Welt" lange Zeit große Seeräume zu patrouillieren, Embargos zu überwachen und notfalls deutsche Staatsbürger aus Krisensituationen zu evakuieren. Das Schiff soll sich laut Marine aber auch "im Nordatlantik oder Mittelmeer notfalls im Seegefecht gegen andere Kriegsschiffe seiner Art und U-Boote durchsetzen können".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.01.2020 | 14:00 Uhr

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