Stand: 20.04.2020 17:39 Uhr

Werften-Hilfe: Glawe sagt 50 Millionen Euro zu

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Am Warnemünder Standort der MV Werften erfolgt die feierliche Kiellegung für das erste Kreuzfahrtschiff der Global Class. © dpa Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Auf den MV Werften ruhen seit Wochen großteils die Arbeiten. (Archivbild)

Eine erneute Landeshilfe für die MV Werften in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund rückt näher. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte im Gespräch mit dem NDR Nordmagazin, in einem ersten Schritt seien 50 Millionen Euro denkbar. Ob diese Hilfen als zusätzliche Bürgschaft oder direkt als Kredit ausgegeben werden, ist nach Aussagen des Ministers noch nicht klar.

MV Werften in Zahlungsschwierigkeiten

Die Corona-Krise hat auch die MV Werften vom Kurs abgebracht: Mindestens bis zum 4. Mai ist Kurzarbeit für einen Großteil der rund 3.000 Mitarbeiter angesagt. In einem Brief an die Zulieferer hatten die MV Werften Zahlungsschwierigkeiten bei der Fertigung der Kreuzfahrtschiffe "Global 2" und "Crystal Endeavor" eingeräumt. Gleichzeitig beantragte das Unternehmen mit seinen rund 3.000 Mitarbeitern Soforthilfen aus den Coronamitteln des Bundes.

Ausschüsse werden in Sondersitzung informiert

Seit Tagen laufen Gespräche zwischen Land, Bund und den Werften - mit vorläufigen Ergebnissen. Das Land geht den ersten Schritt. 50 Millionen Euro Landeshilfe soll es geben - vor allem, um Zahlungen an die Zulieferer abzusichern. Über Details will Glawe am Donnerstag auch den Finanz- und Wirtschaftsausschuss informieren. Beide Gremien kommen angesichts der angespannten Lage zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen - auf Drängen der Linksfraktion eine Woche früher als geplant.

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Linke kritisiert mangelnde Information der Landesregierung

Deren Finanzexpertin Jeannine Rösler erinnerte daran, dass der Landtag im Vorjahr einer Landesbürgschaft über 375 Millionen Euro nur unter bestimmten Voraussetzungen zugestimmt hatte. Dazu gehöre die Verpflichtung der Landesregierung, das Parlament unaufgefordert und unverzüglich zu informieren, sollte sich die Lage auf den Werften ändern. Rösler beklagte erneut, dass die Abgeordneten zuerst aus den Medien über die neue Entwicklung erfahren hätten.

Bau des zweiten Kreuzfahrt-Riesen verzögert sich

Unterdessen bringt die Corona-Krise die Produktionsabläufe der MV Werften bereits jetzt durcheinander. Glawe sagte, die Schiffbauer hätten sich bereits an die veränderte Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt angepasst. Die Fertigstellung des zweiten Schiffes der sogenannten Global Class für bis zu 9.500 Passagiere verschiebe sich vermutlich auf 2024, vorgesehen war bisher 2022. Zunächst werde der Bau von zwei kleineren Schiffe dazwischen geschoben, so Glawe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.04.2020 | 17:30 Uhr

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