Stand: 10.05.2020 12:21 Uhr

Weltbienentag: Patenschaften für Bienenwiesen

Eine Biene fliegt eine Blüte an. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Insekten und Vögel, die auf blütenreiche Wiesen angewiesen sind, haben es laut Experten in Agrarregionen besonders schwer.

Mit Blühstreifen am Rande von Agrarflächen möchte ein Landwirtschaftsbetrieb aus Bobitz (Landkreis Nordwest-Mecklenburg) dem Artensterben Einhalt gebieten. Gemeinsam mit dem Naturschutz-Verein "Dörfergemeinschaft Dambecker Seen" hat er Patenschaften für Bienenwiesen ins Leben gerufen.

Bericht zur Lage der Natur

Erst am Dienstag hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) den "Bericht zur Lage der Natur"vorgestellt. Insekten und Vögel, die auf blütenreiche Wiesen angewiesen sind, haben es demnach in Agrarregionen besonders schwer. Als wesentliche Ursachen werden Dünger, Pestizide und die intensive Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen genannt.

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Blühende Wiesen da, wo die Bienen sind

Auf einem Bienenforum hatten sich Landwirte und Imker zusammengesetzt und besprochen, wie man gemeinsam etwas für die Bienen tun kann. So entstand die Idee für Bienenwiesen da, wo auch die Bienen sind, so Josephine Peters, stellvertretende Vorsitzende vom Verein "Dörfergemeinschaft Dambecker Seen". Sie ist froh darüber, dass es zwischen Wismar und Schwerin nun losgeht.

Landwirte und Insekten - eine Symbiose

Landwirt Eckhart Gregorowius, Geschäftsführer des Landhofes Bobitz, ist in das Projekt mit eingestiegen. "Wir wollen nicht der böse Landwirt sein, wir wollen auch was für die Bienen, für die Insekten und für die Natur tun. Wir leben mit diesen Individuen und brauchen sie auch", so Gregorowius.

Blühstreifen rund um Dörfer und Höfe

Das Projekt Bienenwiesen ist für den Bobitzer Landwirt momentan noch ein Verlustgeschäft. Für 35 Euro im Jahr können nun 100 Quadratmeter Wiese für Bienen erworben werden. Gregorowius geht mit dem Saatgut und den Blühstreifen momentan in Vorleistung. Auf einer Breite von etwa 7,5 Metern wird die Mischung aus Alexandrinerklee, Buchweizen, und Sonnenblumen gerade gesät.

Nachhahmer gesucht

Bislang haben sich bereits etwas mehr als 50 Paten aus der Region gefunden. Die Patenflächen werden dort angelegt, wo sie die Paten auch sehen können - momentan rings um die Dörfer Dambek, Beidendorf, Krankow und einzelne Gehöfte. Laut Gregorowius wird das Projekt gut angenommen, aber bislang kann nur ein Teil der im Herbst bereitgestellten Flächen bewirtschaftet werden. Er hofft, dass sich in den kommenden Jahren auf mehr Resonanz. Sowohl er, als auch der Dambeker Verein hoffen auf mehr Initiativen dieser Art. Denn neben dem Nutzen für die Natur seien die Streifen vor allem in der Blütezeit auch ein attraktiver Farbkleks in der Landschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.05.2020 | 10:10 Uhr

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