Stand: 01.08.2020 11:45 Uhr

Warin: Suche nach Ursachen für unterspültes Wehr

Mitarbeiter des THW pumpen Wasser aus dem Fluss. © NDR Foto: Christoph Kümmritz
Die Brücke in Warin war bis Freitag gesperrt.

Am unterspülten Wehr in Warin (Landkreis Nordwestmecklenburg) läuft die Suche nach der Ursache. Ein Gutachter soll klären, wie das Wasser das Fundament des Bauwerks hatte aushöhlen können. Derzeit sorgen provisorisch eingebaute Rohre dafür, dass das Wasser dort fließt, wo es soll. Und nicht, wie vor einer Woche, neben und unter dem Wehr entlang. Der Gutachter soll herausfinden, wie die aktuelle Sicherung des Wehrs und der angrenzenden Brücke, über die die Bundesstraße 192 führt, weiter ausgebaut werden kann.

Reparatur des Schadens in sechsstelliger Höhe

Unter anderem soll dafür voraussichtlich Heu unter die Turbinen gestopft werden. Das erklärte die Geschäftsführerin des zuständigen Wasser- und Bodenverbandes, Andrea Oleak. Anschließend soll der Experte klären, wo genau die Ursache des Schadens liegt. Das Wehr ist erst sechs Jahre alt. Je nachdem, wo die Ursache liegt, könnte der Wasser- und Bodenverband Garantieansprüche geltend machen. Die Reparatur dürfte teuer, Oleak rechnet mit einem sechsstelligen Betrag.

Unterstützung durch die Anwohner

Nachdem das Wehr unter einer Brücke in Warin am Mittwochabend unterspült worden war, hatten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) mit schwerer Technik und 20 Einsatzkräften das Wasser über die Straße auf die andere Seite geleitet und so die Brücke gesichert und die Lage unter Kontrolle gebracht. Unterstützung bekamen die Helfer von zahlreichen Anwohnern. Wie die Feuerwehr mitteilte, kamen Freiwillige unter anderem mit Radladern oder Lkw, um Kies zu holen. Die Feuerwehr baute zuvor ein provisorisches Wehr, um das Wasser umzuleiten.

Schleusenwärter bemerkte den Defekt am Wehr

Der Einsatz dauerte bis Donnerstagabend an, dann konnten Feuerwehr und THW wieder abrücken. Wenig später war die Bundesstraße 192 wieder frei befahrbar. Eine zwischenzeitliche Umleitung führte nördlich am Wariner See oder südlich am Glammsee vorbei. Ein THW-Sprecher hatte zudem erklärt, dass der Boden an einem Brückensockel nach und nach freigespült worden war, wodurch das Wasser nicht unter dem Wehr hindurch, sondern ins Brückenfundament geflossen ist. Dem Schleusenwärter war zuvor aufgefallen, dass das Wehr an der Brücke defekt gewesen ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.08.2020 | 11:00 Uhr

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