Bei Wöbbelin brennt ein Waldstück  Foto: Ralf Drefin

Waldbrand bei Wöbbelin: Landrat lobt Löscharbeiten

Stand: 21.06.2021 19:00 Uhr

Die Lage beim Waldbrand auf dem neun Hektar großen Areal bei Wöbbelin hat sich mit dem Regen am Montag entspannt. Der Landrat vom Landkreis Ludwigslust-Parchim lobte die Löscharbeiten.

Insgesamt sieht der Katastrophenstab nach seiner Sitzung am Montag die Lage deutlich entspannt. Glutnester seien nur noch vereinzelt festzustellen, die Rauchentwicklung nehme weiter ab, und auch die Detonation von Munitionsaltlasten hätten deutlich nachgelassen, hieß es vom Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Brandschneisen um das betroffene Gebiet müssten noch gewässert werden, danach will die Feuerwehr das Waldstück wieder in die Hände der zuständigen Landesforstverwaltung geben.

Nacht zum Sonntag: Explosionen zwischen Glutnestern

Der Landrat des Kreises Ludwigslust Parchim, Stefan Sternerg (SPD), sprach von einer Teamleistung der Feuerwehren und verwies in dem Zusammenhang auch auf neue Technik des Kreises, die hier erstmals zum Einsatz kam. Am Sonntag waren noch rund 30 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren aus Wöbbelin/Dreenkrögen, Neustadt-Glewe, Rastow, Techentin und Kraak mit Tanklöschfahrzeugen, Löschfahrzeugen und 20 Beregnern im Einsatz - die Zahl dieser Beregner wurde später auf 40 erhöht. Dafür wurde die Technik extra aus Bayern in den Norden gebracht, ganz kurzfristig, wie Kreiswehrführer Uwe Pulss NDR 1 Radio MV sagte.

Autobahn musste gesperrt werden

Die Angst davor, dass der Brand sich im munitionsbelasteten Gebiet doch noch einmal ausbreiten könnte, war noch am Sonntag groß. "Beobachtungen der Feuerwehr und Drohnenbilder haben ergeben, dass es noch an einigen Stellen im Wald brennt", hatte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim gegenüber NDR 1 Radio MV gesagt. In der Nacht zum Sonntag hatte es laut Pulss zahlreiche Detonationen gegeben. Der Wind hatte das Feuer wieder angefacht - einige der Glutnester befanden sich nur um die 200 Meter von der Autobahn entfernt. Die A14 musste südlich des Kreuzes zur A24 gesperrt werden, ist seit Montagmittag aber wieder frei befahrbar.

Sonnabend: Schneisen schlagen, beregnen und abwarten

Am Freitagabend hatte das munitionsbelastete Waldstück Feuer gefangen - warum, das ist nach wie vor unklar. Niemand kann das betroffene Areal betreten - auch die Feuerwehrleute nicht. Am Sonnabend hatten die Einsatzkräfte deshalb entschieden, das betroffene Waldstück kontrolliert abbrennen zu lassen. Einsatzkräfte aus sechs Feuerwehren hatten Schneisen rund um den Brandort geschlagen. Der Bestand mit 100-jährigen Kiefern, so hieß es, sei zum Großteil nicht zu retten.

Einsatzleiter am Sonnabend: "Wir haben das ganz gut in den Griff gekriegt."

Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Krause am Sonnabend gegenüber NDR 1 Radio MV sagte, wurde die Fläche früher als Sprengplatz genutzt. Das weckt Erinnerungen an den Brand in der Lübtheener Heide - ebenfalls ein munitionsbelastetes Gebiet. Dennoch sei die Situation nicht zu vergleichen mit der des Brandes eines Truppenübungsplatzes bei Lübtheen, als 2019 infolge eines tagelangen Feuers sogar Dörfer evakuiert werden mussten. "Wir haben das relativ gut in den Griff gekriegt hier", sagte Krause über den aktuellen Brand. Umweltminister Till Backhaus (SPD) ergänzte: "Es ist gut, dass hier die Partner im Brandschutz Hand in Hand gearbeitet haben, Kreisfeuerwehr, Landkreis und Landesforst." Alle hätten ihre Lehren aus dem Brand von Lübtheen gezogen. Die neuen, besonders für Waldbrände ausgerüsteten Löschfahrzeuge, die zukünftig den Wehren im Land zur Verfügung stehen sollen, werden allerdings erst im kommenden Jahr geliefert. "Diesen Sommer müssen wir noch durchhalten", sagte Uwe Pulss.

Karte mit munitionsbelasteten Flächen in MV © Munitionsbergungsdienst MV
Vor allem im Südwesten aber auch an der Ostseeküste von MV belastet Alt-Munition Wälder und Gewässer.
Landesflächen von MV munitionsbelastet

Das Problem mit der Alt-Munition ist nicht so einfach zu lösen. Allein bei Lübtheen dürften Hunderte Tonnen davon im Boden liegen. Große Teile des Übungsplatzes müssen noch lange für Pilzsammler und Naturfreunde gesperrt bleiben. In ganz Mecklenburg-Vorpommern gelten 38.000 Hektar Fläche als munitionsbelastet, das sind vier Prozent der Landesfläche. Das meiste davon ist Wald. Das Räumen wird noch sehr lange dauern.

Waldbrandgefahr im Land

Auch die Waldbrandgefahr war in den vergangenen Tagen im Land hoch. Inzwischen hat sich die Lage etwas entspannt. Die Waldbrandstufen liegen örtlich zwischen eins und drei, in Torgelow sogar bei vier.

Weitere Informationen
Ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug des Typs Tatra TLF 5000 bei einer Präsentation an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz M-V in Malchow. © NDR Foto: NDR

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