Stand: 28.01.2020 05:20 Uhr  - NDR 1 Radio MV

MV: Viele Gewässer mit zu niedrigen Pegelständen

Der Müritz fehlt derzeit ein Wasservolumen von rund 56 Millionen Kubikmetern. (Archivbild)

Die Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern haben laut Agrarministerium noch immer viel zu niedrige Pegelstände. Grund dafür sind die vergangenen zwei sehr heißen und trockenen Jahre. Seit November seien nur 70 bis 80 Prozent des normalen Niederschlags gefallen, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Zwar habe es an einigen Tagen sehr ergiebig geregnet, dieser Niederschlag sei aber oberflächlich abgeflossen und kaum gespeichert worden.

Müritz-Wasserstand deutlich unter langjährigem Niedrigwasser

Die Wasserstände der meisten Seen, Flüsse und Bäche im Land liegen demnach unter den langjährigen Mittelwerten, teilweise sogar unter den Niedrigwasserkennwerten. Dies gilt beispielsweise für die Müritz. "Trotz weiterhin stark reduzierter Wasserabgabe liegt der Wasserstand der Müritz mit 162 Zentimetern am Pegel Waren sogar noch deutlich unter dem langjährigen Niedrigwasser. Bis zu dem für diese Jahreszeit normalen Pegelstand fehlen etwa 30 Zentimeter."

Das entspreche bei einer Seenfläche von rund 196 Quadratkilometern einem Wasservolumen von etwa 55,8 Millionen Kubikmetern, unterstrich Backhaus. Eine Folge: Nach Angaben der Müritzfischer finden Fische immer weniger Möglichkeiten zu laichen.

Ausnahmen: Schweriner See, Tollensesee, Inselsee, Krakower See

Zu den Ausnahmen zählen demnach der Inselsee bei Güstrow, der Krakower See, der Tollensesee bei Neubrandenburg sowie der Schweriner See. Dort sei die Wasserabgabe bereits im vergangenen Jahr stark reduziert worden, was Wirkung gezeigt habe, so Backhaus. So sei am Pegel Werderbrücke mit 106 Zentimetern der langjährige Mittelwert für Januar (110 Zentimeter) nahezu erreicht worden. Zum Vergleich: Genau vor einem Jahr waren es gerade einmal 86 Zentimeter.

Grundwasserpegel teilweise auf Tiefststand

Auch die Grundwasserpegel liegen laut dem Agrarministerium noch immer unter dem langjährigen Mittel. An der Mecklenburgischen Seenplatte hätten einige Grundwasserpegel durch die beiden Extremjahre 2018 und 2019 sogar neue Tiefststände erreicht. Mit einer Erholung sei kurzfristig nicht zu rechnen. Backhaus rechnet mit spürbaren Folgen, sollte es in den kommenden Monaten nicht zu deutlich übernormalen Niederschlägen kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.01.2020 | 06:00 Uhr

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