Stand: 15.11.2018 18:01 Uhr

Usedom: Bisher kein Ausgleich für Ferienhäuser

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Wurde auch Innenminister Caffier falsch über den Stand der Ausgleichsmaßnahmen informiert?

Im Zusammenhang mit dem Bau von Ferienhäusern am Achterwasser der Insel Usedom gibt es neue Ungereimtheiten: Recherchen von Nordmagazin und NDR 1 Radio MV haben ergeben, dass angewiesene Renaturierungsmaßnahmen bis jetzt ausgeblieben sind.

Entgegen amtlicher Aussage keine Renaturierungsmaßnahmen

Der Bebauungsplan für die Ferienhäuser hatte Ausgleichspflanzungen in zwei Gemarkungen des Amtes Usedom-Süd festgelegt. Ein Feuchtbiotop sollte angelegt und eine 75 Meter lange Hecke gepflanzt werden. Umgesetzt wurde davon aber nichts. Trotzdem hatten sowohl das Amt Usedom-Süd als auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald stets behauptet, die Renaturierungsmaßnahmen seien vollzogen.

Termin für Naturschutzmaßnahmen auf Nachfrage mitgeteilt

Offenbar wurde auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) falsch über den Stand der Arbeiten informiert - ihm gehört eines der Ferienhäuser. Er hatte auf Anfrage des NDR mitgeteilt, dass der Bebauungsplan Ausgleichs- und Schutzvorkehrungen zum Erhalt der Natur beinhalte. Nachdem Kreistagsfraktionen nachfragten, teilte der Landkreis überraschend einen Pflanztermin mit. Bis Ende April nächsten Jahres sollen die Naturschutzmaßnahmen abgeschlossen sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.11.2018 | 19:00 Uhr

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