Stand: 08.02.2018 10:25 Uhr

A 20: Das Loch wird immer größer

Die Bruchstelle auf der bei Tribsees abgesackten A 20 wird immer größer. Nach Angaben des Schweriner Verkehrsministeriums hat sich das Loch in der Fahrbahndecke auf 95 Meter ausgedehnt. Bei der Sperrung der Autobahn Ende September 2017 war es nur etwa 40 Meter lang. Das weitere Absacken war von den Experten des Landesamts für Straßenbau auch so erwartet worden.

Einer der Gründe für das Fahrbahn-Desaster könnte ein Torf-Vorkommen unter der Autobahn sein. Was aber genau im Boden geschehen ist, wird noch aufgeklärt. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen.

Zustimmung eines Grundstückseigners fehlt noch

Derweil begannen am Mittwoch die Vorbereitungen für den Bau der Umleitungsstrecke, obwohl von den 15 betroffenen Grundstückseigentümer erst 14 der Nutzung zugestimmt haben. Die fehlenden 20 Meter vom letzten Grundstückseigentümer sollen deshalb zunächst von den arbeiten ausgenommen bleiben. Bis Freitag werden nun sämtliche Bäume und Sträucher auf dem 740 Meter langen Straßenverlauf kurz vor der Ortschaft Langsdorf entfernt.

Wie der Abteilungsleiter Ronald Normann im Gespräch mit NDR 1 Radio MV sagte, laufen die Planungen weiter auf Hochtouren. Im Herbst soll mit dem Bau begonnen werden. Die Kosten werden auf 15 Millionen Euro geschätzt.

Videos
00:31
NDR Fernsehen

Drohnenvideo: Ein Loch in der Autobahn

18.10.2017 05:00 Uhr
NDR Fernsehen

Die Abbruchstelle der A20 bei Tribsees ist zehn Meter breit, 40 Meter lang und zweieinhalb Meter tief. Eine Behelfsbrücke soll errichtet werden. Video (00:31 min)

Renaturierung der Trebel als Ursache ausgeschlossen?

Zuletzt hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) Spekulationen zurückgewiesen, nach denen die Renaturierungsmaßnahmen am Fluss Trebel vor 20 Jahren das Absacken der Fahrbahn verursacht haben könnte. Untersuchungen der Straßenbaubehörden hätten ergeben, dass der jetzige Wasserstand identisch sei mit den ursprünglichen Planungen für den Bau der Autobahn. Im Zuge der Renaturierung im Bereich der Trebel von 1995 bis 1998 waren unter anderem Schöpfwerke ab- und Deiche zurückgebaut worden, um den Wasserstand im Flusstalmoor anzuheben.

Metergroßes Loch in der Autobahn

Auf der Autobahn 20 bei Tribsees waren im vergangenen Jahr mehrere Meter Asphalt abgesackt. Ende September entstand auf der Fahrspur in Richtung Rostock plötzlich ein Loch von etwa 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe.

Autobahn 20: Wenn eine Straße im Boden versinkt

Weitere Informationen

Pegel: "Schütten hier nicht nur ein Loch zu"

Die A 20 wird nach Meinung von Verkehrsminister Pegel wohl erst 2021 wieder befahrbar sein. Bei einer IHK-Veranstaltung brachte Pegel Anreize für schnellere Planungs- und Bauzeiten ins Gespräch. (23.01.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 08.02.2018 | 06:00 Uhr

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