Stand: 03.08.2020 15:13 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Schulstart in MV offenbar reibungslos verlaufen

Am Innerstädtischen Gymnasium Rostock ISG gehen die Schüler der 9a nach ihrer Begrüßung mit Klassenleiterin Ines Gottwald mit Mund-Nasen-Schutz wieder ins Schulgebäude. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Am Innerstädtischen Gymnasium Rostock ISG gehen Schüler nach der Begrüßung ihrer Klassenleiterin mit Mund-Nasen-Schutz wieder ins Schulgebäude.

Rund 153.000 Schülerinnen und Schüler sind am Montag in Mecklenburg-Vorpommern ins neue Schuljahr gestartet. Zum ersten Mal seit Mitte März wurden die meisten von ihnen mehrere Stunden lang von ihren Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Wegen der Corona-Regeln gestaltet sich der Schulalltag aber nicht mehr so wie vor dem Ausbruch der Pandemie. Sie habe die Rückmeldung aus den Schulen, "dass der Start gut gelaufen ist", sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Nachmittag. Der Schulleiter der Rostocker Christophorusschule, Steffen Kästner sagte: "Erste Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass wir gut durch den Tag gekommen sind. Was wir uns überlegt haben mit versetztem Anfang und getrennten Schulwegen, hat geklappt."

VIDEO: Schulstart in MV mit Corona-Hygiene-Konzept (6 Min)

Vorfreude bei den Lehrerinnen

"Ich freue mich wahnsinnig, alle Schüler wieder beisammen zu haben und hoffe, dass das jetzt gut anläuft - mit allen zusammen und den ganzen Tag", sagte eine Lehrerin der Greifswalder Martinschule kurz vor Beginn des Unterrichts. "Ich habe keine Bedenken. Wenn sich alle an die Regeln halten, dann bin ich sorgenfrei", so ein Vater, der seinen Sohn zur Schule brachte. Eine Schülerin freute sich auf ihre Freundinnen. Aber: "Es ist schon komisch, wegen der Masken. Ja, das nervt halt."

Maskenpflicht wird diskutiert

Die Martinschule, die in freier Trägerschaft geführt wird, hat bereits eine Maskenpflicht auf den Gängen und auf dem Schulhof eingeführt, obwohl dies am ersten Schultag landesweit nicht verpflichtend war. Allerdings will Bildungsministerin Martin eine solche Vorschrift am Dienstag in der Landesregierung vorschlagen. Die Grundschulen sollen in den kommenden Monaten vorerst mindestens vier Stunden Unterricht garantieren, die weiterführenden Schulen fünf Stunden. Ergänzend dazu ist sogenannter Distanzunterricht mit digitalen Lernangeboten geplant. Das Bildungsministerium hat den Schulen zudem eine eigene Lernplattform zur Verfügung gestellt. Welche Lern-Lücken der seit März ausgefallene Schul-Unterricht bei den Schülern hinterlassen hat, sollen unbenotete Kontrollen in den nächsten Wochen klären.

Jeder Gruppe der eigene Platz

Zahlreiche Regeln sollen verhindern, dass sich eventuelle Corona-Infektionen unkontrolliert ausbreiten. So muss jede Schule feste Schülergruppen bilden - mit maximal 400 Mädchen und Jungen. Grundschulen werden dabei als eine Gruppe betrachtet, an den weiterführenden Schulen werden jeweils zwei Jahrgänge zusammengefasst. Diese Gruppen sollen sich im Schulalltag nicht begegnen, damit Kontakte begrenzt und mögliche Infektionsfälle nachvollziehbar bleiben. Die Pausen finden teilweise zeitversetzt statt, die Pausenhöfe wurden mancherorts für die Gruppen aufgeteilt. Innerhalb der Gruppen gilt die Mindestabstandsregel jedoch nicht.

Lehrer können sich testen lassen

Zum Schulstart hat der Landeselternrat alle Eltern in einem Brief gebeten, die Hygieneregeln gemeinsam mit den Kindern strikt einzuhalten und damit sich und andere zu schützen. Schüler, die in den Ferien in Risikogebieten waren, müssen nach einem Beschluss der Landesregierung für 14 Tage in Quarantäne, sofern sie nicht zwei negative Corona-Tests vorlegen. Dazu müssen Familien zum Schulstart in einem Formular Auskunft erteilen. Das Land begleitet die Schulöffnung mit dem Angebot an seine Lehrer, sich freiwillig auch symptomfrei testen zu lassen. Fünf Tests können Lehrkräfte bis zu den Herbstferien kostenlos wahrnehmen. Etwa 400 der insgesamt rund 13.000 Lehrer im Bundesland können aufgrund ihres hohen Risikos für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung lediglich im Homeoffice arbeiten.

Lehrergewerkschaft mit "Bauchgrummeln"

Die Lehrergewerkschaft VBE blickte dem Schulstart angesichts steigender Infektionszahlen und wachsender Sorglosigkeit in der Gesellschaft mit "Bauchgrummeln" entgegen, wie der VBE-Landesvorsitzende Michael Blanck am Wochenende erklärte. Auch bei konsequenter Einhaltung aller Hygieneregeln an den Schulen sei den Lehrkräften klar, "dass es nach und auch schon vor der Schule zu einer Vermischung der Gruppen kommen wird, die in den Schulen strikt getrennt werden", sagte Blanck. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sah insbesondere bei der Schülerbeförderung Probleme. In den Bussen komme es unweigerlich zu mehr Risikokontakten für die Schülerinnen und Schüler, kritisierte GEW-Landeschef Maik Walm.

Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 03.08.2020 | 16:00 Uhr

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