Ein Windrad steht auf einem Feld. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Schönberger können Windkraft-Anteile kaufen

Stand: 19.01.2021 18:00 Uhr

Seit vier Jahren gilt in Mecklenburg-Vorpommern ein Gesetz, laut dem Anwohner sich an Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft finanziell beteiligen können. In und um Schönberg wird es das erste Mal angewendet.

5.600 Menschen und elf Kommunen bekommen in diesen Tagen Post vom „Bürgerwindpark Schönberg“. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr zehn 185 Meter hohe Windkrafträder in der Nähe von Schönberg gebaut. Laut Gesetz muss der Betreiber, hinter dem eine Genossenschaft in Niedersachsen steht, nun den 5.600 Anwohnern und den Kommunen im Umkreis von fünf Kilometern je zehn Prozent der Gesellschafteranteile anbieten. Insgesamt sollen so in der Region 1.560 Anteile für 780.000 Euro platziert werden. Ein Anteil kostet nach Angaben von Marcus Biermann, Geschäftsführer des Bürgerwindparks Schönberg, 500 Euro.

Genehmigung von der Finanzaufsicht

Falls mehr als 20 Prozent der Anteile angefragt werden, will das Unternehmen auch weitere zur Verfügung stellen – bis zu 51 Prozent, so Biermann. Falls es in der Region nicht genug Bewerber für die per Gesetz vorgesehenen 20 Prozent gibt, kommen Interessenten von außerhalb zum Zug. Mit den Planungen für den Windpark hat das Unternehmen vor sieben Jahren begonnen. Sehr viel Zeit hat es laut Biermann seit 2016 gekostet, die rechtlichen Bedingungen für die gesetzliche Bürgerbeteiligung zu klären, zu erfüllen und von der Finanzaufsicht genehmigen zu lassen. Nun gibt es einen 170 Seiten dicken Prospekt, der alle Chancen und Risiken der Windkraftanlagen aufzeigt. Denn wer sich daran beteiligt, ist sowohl an möglichen Gewinnen als auch an möglichen Verlusten beteiligt.

Online-Forum soll informieren

Am 4. Februar können die Anwohner an einem Online-Forum teilnehmen, in dem die Möglichkeiten der Beteiligung noch einmal erklärt werden. Danach bleiben fünf Monate Zeit, sich gegebenenfalls für Anteile zu bewerben. Mecklenburg-Vorpommerns Landtag hatte das Beteiligungsgesetz verabschiedet, um die Akzeptanz für Windparkanlagen im Land zu erhöhen. Darin ist auch vorgesehen, dass den Anwohnern erst Anteile angeboten werden, wenn die Windräder bereits betriebsbereit sind. Laut Biermann müssen sie so auch kein Risiko während der Bauphase eingehen.

Weitere Informationen
Diese 150 Meter hohe Windmühle gehört derzeit zu den größten Anlagen. © © NDR/PIER 53 Filmproduktion/Carsten Rau

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.01.2021 | 17:00 Uhr

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