Das Foto zeigt eine Skizze zur Umgestaltung des Rostocker Stadthafens. © S. Baxalary Foto: Steffen Baxalary

Rostock auf dem Weg zur BUGA 2025 - Die Uhr tickt

Stand: 13.07.2021 15:00 Uhr

Noch gut dreieinhalb Jahre bis zur geplanten Bundesgartenschau - BUGA 2025 in Rostock. Alles im Lot oder hängt das Prestige-Projekt an der Warnow schon jetzt in den Seilen? Wir fragen im Podcast Dorf Stadt Kreis nach.

Für die Einen ist sie alle zwei Jahre die größte Blumenschau Deutschlands. Für Kommunen die Chance, neben und mit der Schau nachhaltige Projekte zur Stadtentwicklung anzukurbeln. Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sieht in der BUGA in Anspielung auf die Leistungserhöhung von Motoren einen "Turbo für die Stadtentwicklung". Bei Land und Bund, in Schwerin und Berlin, hat Rostock bereits über 100 Millionen Euro Förderung eingeworben. NDR Reporter Bernd Kalauch aus dem Ostseestudio Rostock hat für die neue Folge unseres Podcasts "Dorf Stadt Kreis" - diesmal mit Christian Kohlhof - alle aktuellen Entwicklungen rund um das geplante Riesen-Event genau unter die Lupe genommen.

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39 Min

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Großprojekte ja - Verluste bitte nein

Dafür sollen unter anderem eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Warnow, ein neuer Stadtpark und ein zukunftsweisendes Wohngebiet am Wasser im Stadtteil Gehlsdorf entstehen. Außerdem soll der seit 30 Jahren stadtplanerisch vernachlässigte Stadthafen endlich zur Vorzeige-Promenade werden. Rostocks Eigenanteil an der BUGA, die von April bis Oktober 2025 über die Bühne gehen soll, beträgt bis jetzt rund 42 Millionen Euro. Ein Großteil dieser Summe soll durch die Eintrittsgelder von bis zu 1,7 Millionen erhofften Besuchern wieder hereinkommen. Ein finanzielles Debakel wie bei der IGA 2003 soll auf jeden Fall vermieden werden, betonen Befürworter und Stadtverwaltung. Damals stand am Ende für die Stadt ein Minus von 20 Millionen Euro in den Büchern.

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Das Foto zeigt eine Skizze zur Umgestaltung des Rostocker Stadthafens. © S. Baxalary Foto: Steffen Baxalary

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Vorbereitungen angelaufen, aber vieles noch offen.

Die Uhr tickt, vor allem für die Umsetzung der Großprojekte Hafenoval, Warnow-Brücke, Warnow-Park und Stadtpark. Auch wenn in der Stadt noch nicht viel von der BUGA zu spüren ist, das Vorbereitungsteam, 16 Frauen und Männer, arbeitet mit Hochdruck an Planungen, Ausschreibungen und Gutachten. Am weitesten fortgeschritten ist dabei das Projekt Warnow-Brücke: Nach derzeitigem Stand, so BUGA-Bürochefin Renate Behrmann, können die Bauarbeiten für die Pfeiler an beiden Warnow-Ufern 2023 beginnen. Auch der Architekturwettbewerb für den Stadthafen ist abgeschlossen, hier beginnen demnächst die Ausschreibungen. Noch nicht gegründet ist die BUGA2025-Gesellschaft, sie soll eine hundertprozentige Tochter der Stadt werden. Inzwischen ist zumindest einer von zwei Geschäftsführerposten besetzt.

Entscheidende Bürgerschaftssitzung im August

Noch nicht geeinigt haben sich die Gremien im Rostocker Rathaus auf die Personalie für den zweiten Geschäftsführungsposten. Erst wenn das erfolgt ist, kann die BUGA GmbH gegründet werden und die notwendigen Ausschreibungen für rund 60 zeitlich befristete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen.

Noch fehlt auch die Unterschrift unter dem sogenannten Durchführungsvertrag mit der Deutschen BUGA-Gesellschaft, der Dachmarke der Gartenschauen. Für deren Chef Jochen Sandner aber auf NDR Nachfrage kein Problem, er ist sich sicher: "Die BUGA ist in Rostock angekommen". Am 18. August 2021 sollen auf der ersten Bürgerschaftssitzung nach der Sommerpause alle offenen Fragen zur BUGA geklärt werden. Das Gremium hatte sich im Oktober vergangenen Jahres mehrheitlich für die Gartenschau an der Warnow und die damit verbundene städtebauliche Entwicklung Rostocks ausgesprochen. Nicht jedoch die Linke, die auch weiterhin konsequent bei ihrer ablehnenden Haltung bleibt. Am Tag nach dem "Go" durch die Bürgerschaft stand ein sehr gut gelaunterOberbürgermeister Madsen im NDR Ostseestudio Rostock Rede und Antwort im Podcast "Dorf Stadt Kreis" zum Thema BUGA.

VIDEO: Rostocker Bürgerschaft stimmt über Bundesgartenschau 2025 ab (5 Min)

Noch mehr Bürgerbeteiligung?

Das BUGA-Planungsteam und die Stadtverwaltung wollen auch die Bürgerinnen und Bürger in Sachen BUGA 2025 "mitnehmen". Knapp 1.100 Rostockerinnen und Rostocker haben im vergangenen Jahr die Chance genutzt, sich an speziellen BUGA-Containern im Stadthafen und in Gehlsdorf sowie im Internet über Projekte der Gartenschau zu informieren oder eigene Vorschläge und Kritik einzubringen. Inzwischen ist es im Stadtbild ruhiger geworden um das Prestigeobjekt BUGA 2025, die Arbeit findet momentan im Hintergrund statt. Zur Hanse Sail im August und auch im September will die Stadt noch einmal über den neuesten Stand der Vorbereitungen informieren. "Brückenschlag" heißt die Charmeoffensive im Stadthafen, bei der sich am 4. September unter anderem viele Mitarbeiter, Partner und auch mögliche Außenstandorte der BUGA2025 präsentieren sollen.

Dorf Stadt Kreis: Porträt von Thomas Naedler  Foto: Jörn Lehmann
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.07.2021 | 15:00 Uhr

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