Stand: 12.01.2020 10:23 Uhr

Putin: Nord Stream 2 erst 2021 fertig

Das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2. (Luftaufnahme mit einer Drohne/Copter) © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Das Verlegeschiff "Audacia" war bis Dezember am Bau der Pipeline beteiligt. (Archivbild)

Die Sanktionen der USA gegen den Bau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland bis nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern werden die Fertigstellung möglicherweise bis 2021 verzögern. Das sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonnabend in Moskau. Merkel sagte, die Bundesregierung halte die "exterritorialen Sanktionen für nicht richtig" und unterstütze das Projekt deshalb auch weiterhin. Putin sagte, er hoffe, dass die Arbeiten bis Ende 2020 oder im ersten Quartal 2021 abgeschlossen seien und die Pipeline in Betrieb genommen werde. Dafür seien keine ausländischen Partner nötig. Er schätze die Haltung und Unterstützung der Bundesregierung zu dem Energieprojekt.

US-Sanktionen gegen Verlegeschiffe

US-Präsident Trump hatte am 20. Dezember Sanktionen gegen die Pipeline in Kraft gesetzt, die das Potenzial für russische Gaslieferungen nach Deutschland deutlich erhöhen soll. Die Schweizer Firma Allseas zog deshalb aus Angst vor Strafen ihre Spezialschiffe ab, mit denen bis dahin die Röhren am Grund der Ostsee verlegt wurden. Nord Stream 2 ist bereits zu etwa 80 Prozent fertiggestellt. Ursprünglich war ein Betriebsstart im Winter oder Frühjahr dieses Jahres vorgesehen.

Polen weiterhin verärgert

Polen indes kritisierte erneut den Bau der Ostsee-Pipeline. "Nord Stream 2 ist ein Schritt in die falsche Richtung", sagte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki der Zeitung "Welt". Es gebe ein "Worst-Case-Szenario", das es zu vermeiden gelte: "Moskau darf nie in der Lage sein, die EU mit einem Gaslieferstopp zu erpressen."  Zugleich habe er kaum Hoffnung, dass das Projekt durch die US-Sanktionen gestoppt werden kann. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.01.2020 | 08:00 Uhr

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