Auf dem Nordstream-Verlegeschiff werden Rohr-Segmente zum Verschweißen vorbereitet. © NDR Foto: Robert Schubert

Nord Stream 2 verlegt in deutschen Gewässern

Stand: 22.05.2021 17:54 Uhr

Das russische Verlegeschiff "Fortuna" hat die Seegrenze zwischen Dänemark und Deutschland passiert. Dadurch ist der Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 östlich von Rügen fortgesetzt worden - in ein Vogelrastgebiet hinein.

von Robert Schubert

Der Vorgang dürfte Diskussionen auslösen um das aktuell bestehende Verlegeverbot in diesem Bereich bis "Ende Mai". Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) geht davon aus, dass der Zeitpunkt "Ende Mai" erreicht sei, Vögel würden nicht mehr gestört. Damit sei das Verbot aufgehoben und Nord Stream 2 dürfe verlegen.

Umweltverein: Derzeit darf dort nicht verlegt werden

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält dagegen und sieht den Zeitpunkt erst am 31. dieses Monats erreicht. Noch dürfe nicht gearbeitet werden, teilte die DUH am Sonnabend gegenüber NDR 1 Radio MV mit. Sie will darüber hinaus auch grundsätzlich gegen die Baugenehmigung vorgehen, die die Verlegearbeiten möglich macht. Die Voraussetzungen für die im Jahr 2018 erteilte Genehmigung hätten sich geändert, argumentieren die Kritiker. Das BSH vertritt dagegen die Auffassung, dass die damals erteilte Erlaubnis Bestandsschutz habe und nicht mehr angezweifelt werden könne.

Hamburger Gericht teilt Auffassung der DUH

Erst am Freitag hatte das Verwaltungsgericht Hamburg über einen Eilantrag der DUH entschieden. Die Richter teilten die Auffassung der DUH und konnten nicht nachvollziehen, warum das BSH die Verlegearbeiten während der Vogelrastzeit bis Monatsende erlauben wollte. Als Reaktion auf die Gerichtsentscheidung hatte das BSH die am Montag erteilte "sofortige Vollziehung" zurückgenommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 23.05.2021 | 08:00 Uhr

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