Stand: 19.10.2017 18:51 Uhr

Millionen-Sofortprogramm gegen Schweinepest

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Mit Plakaten warnt das Land bereits seit August vor erneuten Ausbrüchen der Schweinepest. (Archivbild)

Das Land Mecklenburg-Vorpommern will in den Schutz von Nutztieren investieren. Dazu stellt das Land ein zwei Millionen Euro teures Sofortprogramm auf die Beine. Wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag im Landtag sagte, sollen damit insbesondere die Wildschweinbestände im Land drastisch reduziert werden, um das Einschleppungsrisiko in Nutzviehbestände zu minimieren. Im vergangenen Jagdjahr wurden Backhaus zufolge rund 60.700 Wildschweine erlegt. Diese Zahl solle auf bis zu 80.000 steigen. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems ist das Einschleppungsrisiko für Deutschland mäßig bis hoch.

Seuche rückt aus Osteuropa Richtung Westen

Angesichts der Bedrohung durch die Seuche stimmten die Abgeordneten dem Antrag der Fraktionen von SPD und CDU zu, für die Verringerung der Schwarzwildbestände zusätzliche Landesmittel bereitzustellen. Damit sollen Anreize zur schnellstmöglichen Verringerung der Population geschaffen werden, etwa Abschussprämien. Auch jagdrechtlich soll es wegen der aus Osteuropa anrückenden Seuche, die bereits Polen und Tschechien erreicht hat, Veränderungen geben, sagte die CDU-Abgeordnete Beate Schlupp. Bislang sei es ein Zufall, dass Deutschland noch nicht betroffen ist.

Backhaus schürt Hoffnungen auf einen Impfstoff

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben von Backhaus rund 200 Landwirtschaftsbetriebe mit 830.000 Schweinen. Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest drohten den Betrieben hohe wirtschaftliche Verluste, sagte der Minister. Ein Lichtblick ist Backhaus zufolge die Information, dass australische Wissenschaftler genetische Informationen des ASP-Virus entschlüsselt haben. Das mache die Entwicklung eines Impfstoffs möglich. Gegen die Klassische Schweinepest kann bereits geimpft werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.10.2017 | 06:00 Uhr

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