Kinder machen Hausaufgaben im Hort am Reitbahnsee in Neubrandenburg.

Landtag beschließt gebührenfreien Ferienhort

Stand: 28.06.2022 18:00 Uhr

Jetzt steht es fest: Mit Beginn der Sommerferien können Eltern ihre Kinder bis zu zehn Stunden täglich beitragsfrei im Hort betreuen lassen. Das hat der Landtag mit den Stimmen von SPD und Linken in Schwerin beschlossen.

Laut der Regierungsfraktionen sorgt der sogenannte "gebührenfreie Ferienhort" für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) sieht in dem Beschluss eine Entlastung für Eltern und eine bessere Förderung der Kinder im Land. Die AfD sprach hingegen von einem Bürokratie-Ungetüm auf Steuerzahlerkosten.

Kritik: Mehr Personal einstellen

Kritik kam auch von den Oppositionsfraktionen. CDU, Grüne und FDP forderten die Landesregierung auf, besser für mehr Qualität in puncto Personal und Ausstattung in den Horten zu sorgen. Es gelte, mehr Erzieher einzustellen, einen landesweit gültigen Mindestpersonalschlüssel durchzusetzen und die Fachkraft-Kind-Relation deutlich zu verbessern, ehe weitere Kostenfreiheiten gewährt werden, sagte die Grünen-Politikerin Anne Shepley. Vier von fünf Erziehern sähen sich nicht mehr in der Lage, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.

Linke: Millionen für Fachkräfteoffensive

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Jeannine Rösler, entgegnete, die Landesregierung habe die qualitative Verbesserung der Kinderbetreuung im Blick. In diesem und im nächsten Jahr seien für eine Fachkräfteoffensive und den Mindestpersonalschlüssel 15,2 Millionen Euro vorgesehen, sagte sie. Mecklenburg-Vorpommern erntet bei bundesweiten Studien zur Qualität der Kinderbetreuung immer wieder Kritik, weil eine Fachkraft für vergleichsweise viele Kinder verantwortlich ist. Bei den 0- bis 3-Jährigen sind es zum Beispiel sechs Kinder je Erzieherin. Empfohlen ist ein Verhältnis von 3 zu 1.

Bislang nur sechs Stunden beitragsfrei

Bislang konnten Eltern ihre Kinder in den Ferien höchstens sechs Stunden am Tag im Hort beitragsfrei betreuen lassen, weitere Betreuungstunden mussten sie selbst bezahlen. In der Corona-Zeit hatte das Land diese Zuzahlungen über den MV-Schutzfonds bereits übernommen. Mit der jetztigen Gesetzsänderungen wollen SPD und Linke laut eigener Aussage den sogenannten "gebührenfreien Ferienhort" verstetigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.06.2022 | 18:00 Uhr

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Kinderbetreuung

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