Stand: 29.01.2020 13:51 Uhr

Landtag beschließt "Landarzt-Gesetz" in MV

Ärztemangel auf dem Land © dpa Bildfunk Foto: Patrick Pleul
Mir dem neuen Gesetz will die Regierungskoalition dem Landarzt-Mangel in Mecklenburg-Vorpommern entgegenwirken. (Archivbild)

Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns hat heute das sogenannte Landarzt-Gesetz der rot-schwarzen Regierungskoalition verabschiedet. Die neue Regelung lockert im Nordosten den Zugang zum Medizin-Studium und gibt Abiturienten mit schlechteren Noten die Chance auf einen Studienplatz. Für SPD und CDU ist das Gesetz ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und gegen den Ärztemangel.

32 Studienplätze sollen über "Landarzt-Quote" vergeben werden

Pro Jahr sollen 32 der rund 400 Studienplätze an den Universitäten Rostock und Greifswald über die sogenannte Landarzt-Quote vergeben werden. Das Gesundheitsministerium rechnet mit 100 bis 200 Bewerbern pro Jahr für die 32 Plätze.

Gesetz soll Landarzt-Mangel beseitigen

Dabei spielen persönliche Eignung und soziale Kompetenz eine stärkere Rolle, die Abiturnote allein ist dann nicht ausschlaggebend. Die Nachwuchsmediziner sollen sich im Gegenzug verpflichten, zehn Jahre als Hausarzt auf dem Land zu arbeiten. Dort ist der Mediziner-Mangel am größten. Die Linke fordert zusätzliche Anstrengungen auch für die Nachwuchsgewinnung bei anderen Fachärzten, scheiterten mit dieser Forderung allerdings.

Viele Hausärzte gehen bald in den Ruhestand

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung etwa 1.200 Hausärztinnen und Hausärzte. Diese Tätigkeit dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben Allgemeinmediziner, Internisten und Kinderärzte ausüben. 35 Prozent dieser Hausärzte sind zwischen 50 und 59 Jahren alt und gehen voraussichtlich in sechs bis 15 Jahren in den Ruhestand.

Weitere Informationen
Arzt mit Stethoskop.  Foto: Patrick Pleul

Landarzt-Mangel: Maßnahmen laufen ins Leere

2012 wurde das sogenannte "Versorgungsstrukturgesetz" beschlossen, das junge Ärzte mit speziellen Anreizen aufs Land locken sollte. Doch davon ist bis heute wenig zu sehen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.01.2020 | 14:00 Uhr

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