Hausschweine stehen in einem Stall. © picture alliance/ZB Foto: Patrick Pleul

Landkreis Rostock: ASP-Quarantäne wird frühzeitig aufgehoben

Stand: 12.01.2022 15:40 Uhr

Die Restriktionen für Schweinehalter in der Region Lalendorf werden vorzeitig aufgehoben. Im November war die Afrikanische Schweinepest in einem Mastbetrieb nachgewiesen worden.

Die Handelsbeschränkungen im Schweinepestsperrbezirk Lalendorf im Landkreis Rostock werden vorzeitig zum Ende der Woche aufgehoben. In der Region war Mitte November der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in einem Haustierbestand festgestellt worden. Damit enden die daraus resultierenden Einschränkungen einen Monat eher, als es der EU-Durchführungsbeschluss vorschreibt. Der sieht eine Quarantäne von drei Monaten zwingend vor. Somit können bereits ab 15. Januar alle betroffenen rund 20 Schweinehalter im Sperrbezirk wieder uneingeschränkt Tiere verkaufen oder aus anderen Regionen einstallen.

Backhaus fordert Krisenmanagement

Die Schutzmaßnahmen hatten zuletzt zu erheblichen Absatzschwierigkeiten geführt. In der Folge waren Ställe überbelegt. Das wiederum führte zu Tierschutzproblemen. Betroffen waren am Ende neben den Landwirten auch Schlachthöfe und Händler. Das habe die EU Kommission schließlich dazu veranlasst, die restriktiven Maßnahmen vorzeitig aufzuheben, so Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Gleichzeitig forderte er eine - so wörtlich - führende Hand in Berlin. Obwohl bislang kein weiterer ASP Fall festgestellt wurde, sei die Gefahr eines neuerlichen Ausbruchs nicht gebannt. Insofern sei ein angepasstes nationales Krisenmanagment dringend geboten, heißt es.

ASP bei Wildschweinen

In dem von ASP betroffenen Mastbetrieb in Lalendorf wurden nach dem Infektionsnachweis 4.000 Tiere vorsorglich getötet und entsorgt. Wie das für Menschen als ungefährlich geltende, für Schweine aber tödliche Virus in den Betrieb gelangte, ist bislang ungeklärt. Im November ist der Erreger zudem bei mehreren toten Wildschweinen im Nachbarkreis Ludwigslust-Parchim nachgewiesen worden. Mecklenburg-Vorpommern ist nach Brandenburg und Sachsen das dritte Bundesland, in dem die Tierseuche aufgetreten ist.

Weitere Informationen
Ein Hund riecht an einem toten Wildschwein. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Bundeswehr unterstützt Suche nach weiteren ASP-Fällen

Zehn Soldatinnen und Soldaten sind dafür im Einsatz. Außerdem wurde ein weiterer Schweinepest-Fall bestätigt. mehr

Ein Wildschwein läuft auf Waldboden. © dpa Foto: Fredrik von Erichsen

Weiterer bestätigter Fall der ASP in Ludwigslust-Parchim

In der Nähe der Gemeinde Redlin gibt es einen weiteren Fall der ASP. Damit wurde die Seuche bei sechs Tieren landesweit festgestellt. mehr

Zwei Wildschwein-Frischlinge stehen im bunten Herbstlaub. © Jannis Langmaack Foto: Jannis Langmaack

Bestätigt: Drei weitere Fälle von Schweinepest in MV

In einer Gruppe von 17 bei einer Drückjagd nahe Marnitz erlegten Wildschweinen sind drei positiv auf die Afrikanische Schweinepest getestet worden. mehr

Ein Lkw bringt einen geschlossenen Transportcontainer auf das Gelände des von der Afrikanischen Schweinepest betroffenem Schweinezuchtbetriebs. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Schweinepest in MV: Mehr als 4.000 Schweine werden getötet

Alle Tiere des betroffenen Betriebes müssen getötet werden, unabhängig davon, ob sie Symptome haben oder nicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.01.2022 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Logo der MV-Werften an einer Backsteinwand. © Screenshot

Genting beantragt Insolvenz - Transfergesellschaft rückt näher

Mit der Insolvenz des Mutterkonzerns wird die Schaffung einer Transfergesellschaft für die MV-Werften drängender. mehr