Rostock-Laage: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesverteidigungsministerin, sitzt bei einem Besuch des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" in einem Kampfflugzeug vom Typ "Eurofighter". © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt

Kramp-Karrenbauer kündigt Investitionen in Rostock-Laage an

Stand: 29.03.2021 13:56 Uhr

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat dem Taktischen Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" in Laage (Landkreis Rostock) einen Besuch abgestattet. Sie kündigte in den kommenden Jahren weitere Investitionen in den Standort an.

Der Standort sei "ganz wichtig", und man wolle ihn künftig noch weiter ausbauen. Eine schlagkräftige und verteidigungsbereite Luftwaffe brauche gutes Material, aber vor allen Dingen auch gut ausgebildetes Personal, sagte Kramp-Karrenbauer. "Hier an diesem Luftwaffenstandort in Rostock-Laage finden Sie beides." In Laage werden Piloten aus ganz Deutschland auf dem Eurofighter geschult. Damit erfülle der Flughafen eine besonders wichtige Aufgabe innerhalb der Luftwaffe, so die Verteidigungsministerin. Neben mehreren lautstarken Starts von Eurofighter-Jets ließ sich Kramp-Karrenbauer bei ihrem ersten Besuch in Laage auch die Ausrüstung der Flugzeuge und den Schulungssimulator zeigen. Dieser dient nicht nur dem Training im Eurofighter - auch moderne Kampfsysteme wie Drohnen können hier simuliert werden.

38 neue Eurofigther-Jets sollen beschafft werden

Laut Bundeswehr sind die 140 Eurofighter der Luftwaffe das Rückgrat der deutschen Kampfflugzeugflotte. Kramp-Karrenbauer zeigte sich froh, "dass sich die Einsatzbereitschaft dank intensiver Kooperationen und Verhandlungen auch mit der Industrie doch mittlerweile stark verbessert hat". Im vergangenen November hatte der Bundestag grünes Licht für die Beschaffung von 38 neuen Eurofighter-Jets für etwa 5,5 Milliarden Euro gegeben. Sie sollen ab 2025 ältere Exemplare der ersten Baureihe ersetzen.

Ersatzteil-Beschaffung für Tornado-Kampfflugzeuge schwierig

Probleme gibt es nach Darstellung eines Luftwaffensprechers bei Kampfflugzeugen des Typs Tornado. Es sei zunehmend schwierig, benötigte Ersatzteile zu beschaffen und die notwendigen Flugstunden zu gewährleisten. Als Ersatz könnten neben F-18-Kampflugzeugen des US-Herstellers Boeing auch weitere Eurofighter dienen. Ab 2040 soll dann ein gänzlich neues Kampfflugzeug zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Projekts FCAS (Future Combat Air System) soll zusammen mit Frankreich und Spanien neben einem neuen Flugzeugtyp ein ganzes System entwickelt werden, das auch Drohnen und Satelliten einbindet.

Kramp-Karrenbauer: Verteidigungsausgaben mittelfristig zu niedrig eingeplant

Wie Kramp-Karrenbauer weiter erklärte, sind die vom Finanzministerium eingeplanten Mittel für die Verteidigung mittelfristig zu niedrig. Die jetzt vorgesehene "Finanzlinie" sei mit Blick auf das Schließen von Lücken, den Ausbau von Fähigkeiten und mit Blick auf internationale Zusagen nicht tragfähig. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche Eckwerte für den Bundeshaushalt 2022 sowie den Finanzplan bis 2025 vorgelegt.

Mit dem Haushaltsplan für 2022 zeigte sich Kramp-Karrenbauer zufrieden: "Wir erhalten fast 2,5 Milliarden mehr als ursprünglich geplant war. Das ist zuerst einmal ein gutes Zeichen." Laut Plan sind 2022 rund 49,3 Milliarden Euro für die Verteidigung vorgesehen. Der "eigentliche Kampf" um die mittelfristigen Finanzen steht aus Sicht Kramp-Karrenbauers für Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl an.

Weitere Informationen
Ein Tornado-Kampfflugzeugpilot rollt nach der Landung auf dem Fliegerhorst in Rostock-Laage zu seiner Parkposition. © dpa-Bildfunk Foto: Rainer Jensen

Luftwaffe bildet Piloten in Rostock-Laage aus

Die Luftwaffe will von Ende Januar an mit der Lufthansa-Flugschule kooperieren. Die Piloten sollen auch im Umgang mit Drohnen ausgebildet werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.03.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine Frau zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer auf. © picture alliance/dpa/Bodo Schackow Foto: Bodo Schackow

Kabinett macht Druck bei Corona-Impfungen

Bis Sonntag sollen die noch rund 33.000 AstraZeneca-Impfdosen bei Hausärzten und in den Impfzentren verbraucht werden. mehr