Stand: 04.12.2019 14:59 Uhr

Leonie-Prozess: Mutter spricht von Klima der Gewalt

Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Die Befragung der Mutter der getöteten Leonie aus Torgelow fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (Archivbild)

Im Mordprozess um die getötete Leonie aus Torgelow hat deren Mutter ihre Aussage beendet und den Angeklagten weiter belastet. An vier Tagen hatte die 25-Jährige die Fragen der Richter unter Ausschluss der Öffentlichkeit beantwortet. Nach Angaben ihres Anwalts gab sie detailliert über die Geschehnisse in Torgelow Auskunft.

"Klima der Gewalt in der Familie"

In der Familie habe über Monate ein Klima der Einschüchterung, Bedrohung und Gewalt geherrscht, so der Anwalt. Leonies Mutter habe versucht, dieser Situation zu entkommen. Sie sei aber nicht stark genug gewesen, Hilfe zu holen. Im Anschluss an die Befragung des Gerichts machte die Mutter der getöteten Leonie von ihrem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch. Fragen seitens der Verteidigung oder der Nebenklage waren dadurch nicht mehr möglich. Die Zeugenbefragungen in dem Neubrandenburger Verfahren sind damit abgeschlossen.

Aussage des Angeklagten erwartet

Das sechsjährige Mädchen war am 12. Januar tot in der Wohnung des Stiefvaters und der Mutter in Torgelow gefunden worden. Rechtsmediziner stellten bei dem Kind eine Vielzahl an Verletzungen fest, die durch schwere Misshandlungen verursacht worden sein sollen. Dem Stiefvater wird deshalb Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Laut Anklage hat der Mann das Mädchen so misshandelt, dass es infolge der Verletzungen starb. Der 28-Jährige will sich am kommenden Montag zu den Vorwürfen äußern.

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Der angeklagte Stiefvater der gewaltsam zu Tode gekommenen Leonie verdeckt im Prozess in Neubrandenburg sein Gesicht. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.12.2019 | 15:00 Uhr

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