Stand: 25.08.2019 15:56 Uhr

"Jamel rockt den Förster" geht friedlich zu Ende

von Theresa Hebert, NDR 1 Radio MV

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Am zweiten Festivalabend traten Feine Sahne Fischfilet in Jamel auf.

Zwei Tage lang haben rund 1.200 Besucher friedlich und bei sommerlichen Temperaturen beim Open Air Festival "Jamel rockt den Förster" in der Nähe von Wismar gefeiert. Im Vordergrund stand auch in diesem Jahr ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für mehr Toleranz zu setzen. Denn der Forsthof der Veranstalter, dem Ehepaar Lohmeyer, liegt inmitten der 50-Seelen Gemeinde Jamel, die hauptsächlich von Neonazis bewohnt wird.

Rap, Rock und Punk gegen Rechtsextremismus

Um gegen deren Ideologie zu protestieren und die Demokratie wieder in den Fokus zu rücken, kamen erneut etliche Stars der Musikszene. Höhepunkte am Freitag waren die Auftritte der deutschen Rapper Max Herre und Samy Deluxe. Aber auch am Sonnabend rockten Bands wie Mia mit ihrem Elektro-Pop den beschaulichen Forsthof der Lohmeyers. Überraschung des zweiten Abends war der Auftritt der Punkband Feine Sahne Fischfilet. Deren sechs Mitglieder kommen alle selbst aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Band engagiert sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus.

Feiernde Menschen vor einer Bühne.

Festival gegen rechts: "Jamel rockt den Förster"

Nordmagazin -

Max Herre, Sammy Deluxe und MIA - mit dem Festival "Jamel rockt den Förster" setzen prominente Musiker gemeinsam mit den Besuchern ein Zeichen für Demokratie und Toleranz.

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Reifen an fünf Autos zerstochen

Auf einem Nachbargrundstück versammelten sich laut Polizei am Sonnabend etwa 70 Personen zu einem "Grillen gegen Links". Unbekannte zerstachen am Abend die Reifen an fünf Autos von Festivalbesuchern. Die Wagen hätten an einer schlecht beleuchteten Stelle des Parkplatzes gestanden, sagte eine Polizeisprecherin. Es seien zwei Täter beobachtet worden, die wegliefen, jedoch nicht mehr gestellt werden konnten.

Friedliches Festival mit großem Rahmenprogramm

Nach Angaben der Polizei ist das Festival friedlich und entspannt verlaufen. Insgesamt 150 Polizisten waren im Einsatz. Auch 120 ehrenamtliche Helfer aus ganz Deutschland unterstützten das Festival, zu dem immer auch ein Rahmenprogramm gehört. Rund um die Bühne konnten sich die Besucher weiterbilden: an Infoständen, mit Workshops und Aktionen. Dabei ging es zum Beispiel um "Rechtsextremismus im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns".

Demokratie-Aktie für Veranstalter

Auch Schirmherrin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte bereits am Freitag wie wichtig ein Zeichen gegen Rechts ist: "Wir sagen Horst und Birgit Danke, weil sie nicht nur an diesem wunderbaren Tag, sondern an 365 Tagen im Jahr Flagge zeigen gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Sie sind unsere Vorbilder, solche Leute brauchen wir." DGB-Chef Reiner Hoffmann überreichte den Lohmeyers eine Demokratie-Aktie im Wert von 5.000 Euro. Dahinter steht eine Initiative, die sich seit 2008 für ein demokratisches, freiheitliches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern stark macht.

Das 13. "Jamel rockt den Förster"-Festival

Großes Staraufgebot im kleinen Dorf

"Jamel rockt den Förster" wird bereits seit 13 Jahren von den Lohmeyers organisiert. Was einst als ein Sommerfest für Freunde und Verwandte begann, ist heute ein kulturpolitisches Projekt für Demokratie und Toleranz - und jedes Jahr hochkarätig besetzt. Wer kommt, bleibt jedoch bis zum Auftritt der Musiker und Musikerinnen geheim. Im vergangenen Jahr standen Herbert Grönemeyer, Bosse, Kettcar und die Rapper Marteria und Casper auf der Bühne. In den Vorjahren wurde das Publikum von Bands wie den Toten Hosen, den Ärzten, Fettes Brot und Alphaville überrascht. Die Festivaltickets sind meist nach wenigen Stunden ausverkauft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.08.2019 | 08:00 Uhr

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