Archivbild: Lorenz Caffier (CDU), ehemaliger Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, geht durch das Paul-Löbe-Haus in Berlin. © dpa-Bildfunk Foto: Christoph Soeder/dpa

Ermittlungen gegen Ex-Innenminister Caffier

Stand: 25.08.2021 06:15 Uhr

Ein privater Waffenkauf hat nun auch juristische Folgen für Ex-Innenminister Caffier: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts auf Vorteilsannahme.

Mecklenburg-Vorpommerns früherer Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist im Visier der Staatsanwaltschaft. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Kauf einer Waffe.

Ermittlungen durch Verfahren gegen Waffenhändler ausgelöst

2018 hatte Caffier, der auch Jäger ist, als Privatmann eine Pistole gekauft. Die Waffe erwarb er bei einem Händler, dessen Name schon ein Jahr zuvor in Geheimdienstkreisen im Zusammenhang mit der Preppergruppe "Nordkreuz" gefallen war. Gegen den Waffenhändler und Schießplatzbetreiber ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil der Verdacht besteht, dass er gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat.

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Verdacht: Vorteilsannahme im Amt

Im Zuge dieses Verfahrens seien nun Ermittlungen gegen Caffier wegen des Anfangsverdachts auf Vorteilsannahme im Amt aufgenommen worden, erklärte ein Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf bedeute, dass der Ex-Innenminister eine Leistung angenommen haben könnte, die er nicht hätte annehmen dürfen. "Man spricht dabei von 'Klimapflege'", sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde. Caffier hat sich bislang nicht zu den Ermittlungen gegen ihn geäußert. Nach Bekanntwerden des Waffenkaufs war er im vergangenen November als Landes-Innenminister zurückgetreten.

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Berlin: Lorenz Caffier (CDU), ehemaliger Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, geht vor seiner Befragung als Zeuge im Bundestags-Untersuchungsausschuss zum Anschlag am Breitscheidplatz durch das Paul-Löbe-Haus. © dpa-Bildfunk Foto: Christoph Soeder/dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.08.2021 | 06:00 Uhr

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