Michael Succow © dpa Foto: Stefan Sauer

Ein Leben für den Naturschutz: Michael Succow wird 80

Stand: 21.04.2021 10:41 Uhr

Michael Succow hat große Gebiete der ehemaligen DDR für den Naturschutz gesichert. Die von ihm gegründete Stiftung ist auf der ganzen Welt aktiv. Jetzt ist der Greifswalder Biologe 80 Jahre alt.

Er steht für Umwelt- und Naturschutz: Der Greifswalder Forscher Michael Succow feiert seinen 80. Geburtstag. Zur Wendezeit hatte Succow Nationalparke und Biosphärenreservate gegründet, damals noch als stellvertretender Minister für Natur- und Umweltschutz der DDR. Zuvor hatte er als Professor der Universität Greifswald die ökologische Lehre und Forschung mit aufgebaut. Seine Typisierung von Mooren gilt heute als Standardwerk der Moorkunde. Nach wie vor setzt er sich besonders für die Wiedervernässung von Mooren ein als Beitrag zum Klimaschutz.

Nabu sieht Einrichtung von Schutzgebieten als historische Leistung

"Der Naturschutz in Deutschland wäre ohne Michael Succow nicht das, was er heute ist", erklärt etwa Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Succows "historische Leistung bei der Sicherung des 'Tafelsilbers der Deutschen Einheit' in der Wendezeit" könne man nicht hoch genug einschätzen.

Sorge um unumkehrbare Umweltzerstörungen

Für sein Wirken erhielt Succow 1997 den Alternativen Nobelpreis. Mit dem Preisgeld gründete er die nach ihm benannte Stiftung, die inzwischen weltweit aktiv ist. "Die Natur kennt keine Belobigungen, keine Strafen, sie hat nur Konsequenzen", mahnt Succow. Und über die Konsequenzen macht er sich nach wie vor Sorgen. Umweltzerstörungen hätten Ausmaße erreicht, die für menschliche Zeiträume irreversibel seien. Durch seine Reisen rund um die Welt wisse er, wovon er rede. Die Menschen müssten anerkennen, dass sie Teil eines Ökosystems seien.

Kritik an Entwicklung der Landwirtschaft

Mit Blick auf die Landwirtschaft in Ostdeutschland spricht Succow von einem "Ausverkauf von Landschaften an Spekulierende". Dass Deutschland das billigste Schweinefleisch der Welt exportiere auf Basis argentinischen und brasilianischen Sojas sei eine Fehlentwicklung, die nicht zukunftsfähig sei. Der Austausch mit dem Bauernverband sei stehengeblieben. Hoffnung setzt er hingegen in nachhaltigen Tourismus. Der Tourismus sei auf eine intakte Landschaft angewiesen, erklärt Michael Succow.

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Profgessor Michael Succow im Garten der Succow-Stiftung iin Greifswald. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.04.2021 | 10:00 Uhr

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