Stralsund: Blick von der Aussichtsplattform der St. Marienkirche über die Altstadt mit dem Neuen Markt. © Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk

Deutscher Welterbe-Tag in Wismar gefeiert

Stand: 05.06.2022 16:31 Uhr

Von den Steinzeithöhlen der Schwäbischen Alb bis zur Hansestadt Stralsund - Deutschland hat am Sonntag seine Unesco-Welterbestätten beim diesjährigen Welterbetag gefeiert. Die zentrale Veranstaltung fand in Wismar statt.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig spricht auf de Welterbetag in Wismar. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest
Welterbe sei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich, sagte MV-Ministerpräsidentin Schwesig (r.)

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat am Sonntag auf dem Wismarer Marktplatz den Unesco-Welterbetag in Deutschland eröffnet und dazu aufgerufen, den Gedanken des Weltkultur- und -naturerbes an kommende Generationen weiterzugeben. "Die Welterbestätten verlangen von uns Respekt vor dem, was unsere Vorfahren aufgebaut und geleistet haben. Sie verlangen von uns auch Arbeit und Engagement", sagte die Ministerpräsidentin bei der bundesweiten Eröffnungsveranstaltung.

Welterbestätten verlangten auch Arbeit und Engagement, so Schwesig: "Denn was wir nicht pflegen, verfällt." Welterbestätten lüden darüber hinaus dazu ein, eine Idee davon zu entwickeln, wie die Menschen leben wollen, sagte die SPD-Politikerin. "Welterbe ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich."

"Tourismus fördert Weltoffenheit"

"Das Unesco-Welterbe soll Menschen zusammenbringen", sagte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. "Das ist uns heute an vielen Orten im ganzen Land gelungen.“ 47 der bundesweit 51 Welterbestätten vom der Hansestadt Lübeck bis zum Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth öffneten am Sonntag ihre Türen für Tausende Besucherinnen und Besucher. Claudia Schwarz, Vorsitzende des Vereins Unesco-Welterbestätten Deutschland, hob die positive Bedeutung des Tourismus im Zusammenhang mit den Welterbestätten hervor: "Er bringt die Menschen zusammen, steht für Toleranz, er dient der Völkerverständigung, er macht neugierig auf neue und unbekannte Kulturen - Tourismus fördert Weltoffenheit."

Wismar und Stralsund: Musterbeispiele mittelalterlicher Hansestädte

Wismar ist gemeinsam mit Stralsund seit 20 Jahren anerkanntes Unesco-Weltkulturerbe. Die beiden historischen Innenstädte gelten als Musterbeispiele mittelalterlicher Hansestädte. Die Veranstalter erwarteten in Wismar Tausende Besucher. 14 deutsche Welterbestätten und Welterbe-Institutionen präsentierten sich auf dem Marktplatz präsentieren. Außerdem gab es Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und Live-Musik.

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51 Welterbestätten in Deutschland

Rund 250 Führungen, Ausstellungen, Konzerte, digitale Angebote und Mitmachaktionen waren in ganz Deutschland nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission geplant. Aus Deutschland sind 51 Stätten auf der Welterbeliste der Unesco verzeichnet. Sie zählen damit zum universellen Erbe der Menschheit und stehen unter besonderem Schutz. Weltweit gibt es 1.154 UNESCO-Welterbestätten in 167 Ländern. Grundlage ist die vor 50 Jahren verabschiedete Welterbe-Konvention, 194 Länder sind ihr beigetreten.

Positive Bilanz in Wismar und Stralsund

Wismar und Stralsund zogen derweil eine positive Bilanz von zwei Jahrzehnten Weltkulturerbe. Rund 90 Prozent der Gebäude in der Altstadt von Stralsund und 95 Prozent in Wismar sind inzwischen saniert, wie beide Städte jüngst resümierten. In den Altstädten wohnen demnach heutzutage mehr Menschen und die Zahl der Touristen hat sich verdoppelt. Wismar und Stralsund begehen ihr gemeinsames Jubiläum mit einem ganzen Festjahr unter dem Motto "Zwei Städte - ein Erbe". Schwerin bewirbt sich derzeit, in die Weltkulturerbeliste aufgenommen zu werden.

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Schwesig: Auch Schwerin hat Welterbe-Status verdient

An die Bewerbung der Landeshauptstadt knüpfte auch Schwesig in ihrer Rede an. "Wir setzen uns dafür ein, dass das Residenzensemble Schwerin mit seinem Schloss, den Gärten und Parks und den umliegenden Gebäuden wie Staatskanzlei, Theater und Museum die Auszeichnung erhält", so Schwesig. Zudem hatte Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr die 600 Jahre alte Astronomische Uhr in der St. Marien-Kirche in Rostock für die deutsche Bewerbungsliste vorgeschlagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.06.2022 | 08:00 Uhr

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