Stand: 29.05.2020 06:18 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Der Urlaub in MV wird ein anderer sein

von Claudia Schalla, NDR 1 Radio MV

Zwei Menschen stehen sich mit Atemschutzmasken an einer Hotelrezeption gegenüber.
In Corona-Zeiten ist der Urlaub in Vorpommern anders. (Archivbild)

Seit Montag dürfen wieder Gäste aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern nach Mecklenburg-Vorpommern reisen, wenn sie hier eine Unterkunft gebucht haben. Gleich am Montag kam es vor den Zufahrten zu den beliebten vorpommerschen Inseln Rügen und Usedom zu Staus. Allein die Kur- und Tourismus GmbH Zingst verzeichnete an diesem Montag 205 Anreisen. Laut ihrem Leiter, Matthias Brath, waren das so viele wie nie zuvor an einem Montag vor Pfingsten. Üblicherweise reisen Pfingsttouristen irgendwann im Laufe der Woche an. Doch bei vielen Urlaubern ist die Freude über einen Tapetenwechsel groß. Die hygienebedingten Einschränkungen nehmen viele deshalb gelassen in Kauf.

Gericht bestätigt umstrittene Bettengrenze

Der Landestourismusverband erwartet zu Pfingsten eine fast vollständige Auslastung der Unterkünfte mit bis zu 300.000 Gästen. Allerdings dürfen Unternehmen ihre Unterkünfte auch nur zu 60 Prozent belegen. Diese Regelung der Landesregierung zum Schutz vor dem Coronavirus sei angemessen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Greifswald gerade entschieden. Ein Hotelier aus Ahrenshoop hatte gegen diese Regelung geklagt.

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Absagen an Gäste wegen 60-Prozent-Regelung

Der Chef der Seetel-Gruppe mit 14 Standorten auf Usedom, Rolf Seelige-Steinhoff, ist enttäuscht. "Wir haben alle gehofft, schnellstmöglich wieder die 100-Prozent Kapazitäten anbieten zu können." In den vergangenen zweieinhalb Monaten seien ihm mehr als 20 Prozent des Umsatzes weggebrochen. Wegen der 60 Prozent-Regelung musste Gästen sogar abgesagt werden. Eine unangenehme Situation, sagt die Marketing-Managerin der Meeressterne GmbH, Ann-Kathrin Günther, aus Koserow. Doch viele Gäste hätten Verständnis gezeigt.

Auch Handwerker leiden unter Tourismus-Stopp

Dazu kommt: Die Hotel- und Gaststättenbranche zählt nicht zu den systemrelevanten Berufen. Für die Angestellten mit Kindern bedeutet das, Arbeiten und eingeschränkte Betreuungszeiten in Kitas und Schulen passen nicht zusammen. Auch im vor der Krise immer gut besuchten Ostseebad Binz zeichnen sich jetzt große Herausforderungen ab. Der wochenlange Stillstand des Tourismus wirkt sich bereits auf die Handwerksbetriebe im Ort aus. Bei Dachdeckermeister Siegfried Klein haben schon drei Kunden aus dem Gastgewerbe Aufträge storniert. Und es werden weitere folgen, vermutet er.

Die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom. © dpa-Zentralbild/dpa Foto: Jens Büttner

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Wegen Corona: Mehr Erholung, weniger Events im Urlaub?

Der Binzer Kurdirektor Kai Gadeja rechnet mit einem Minus im Millionenbereich in diesem Jahr. Es werde Jahre dauern, um das auszugleichen. Die Corona-Krise bringt aber auch noch etwas anderes mit sich. Gadeja meint, es werde sich aufgrund der aktuellen Lage mit Abstandsregeln und Begrenzungen wohl eine andere Art von Urlaub entwickeln - mehr Erholung und weniger Events.

Tourismus-Auszeit tat Tierwelt gut

Auch auf Fischland, Darß und Zingst wird das Angebot ein anderes sein. Dort wollen die Touristiker in den kommenden Monaten auf Veranstaltungen verzichten, um den Beherbergungsbetrieb nicht zu gefährden. Sie setzen stattdessen auf Outdoor-Aktivitäten und Naturerlebnisse wie Wildkräuterführungen und Radwanderungen. Den Tieren an der vorpommerschen Küste tat die touristische Auszeit offenbar gut. Nationalpark-Ranger Lutz Storm konnte Seeadler am Darßer Nothafen aus nächster Nähe beobachten. Die Tiere fühlten sich ungestört. Das, sagt er, habe er noch nie so erlebt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.05.2020 | 20:15 Uhr

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