Stand: 08.08.2020 13:03 Uhr

Corona: Zwei weitere Lehrkräfte in Ludwigslust infiziert

Am Goethe-Gymnasium in Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust-Parchim) haben sich zwei weitere Lehrkräfte mit dem Corona-Virus infiziert. 205 Schülerinnen und Schüler müssen in Quarantäne. Das sind alle Mädchen und Jungen, die bei den betroffenen Lehrern Unterricht hatten. Sie und alle Lehrkräfte müssen am Montag noch einmal zum Test. Unterdessen sind in Graal-Müritz 104 Schülerinnen und Schüler der Ostsee-Grundschule, acht Lehrerinnen und ein Referendar vorsorglich in Quarantäne. Dort war der Corona-Test eines Grundschülers positiv ausgefallen. Die Schule hat für zwei Wochen geschlossen - in dieser Zeit werden alle Kinder und Lehrer auf das Coronavirus getestet. Denn noch ist nicht klar, mit wem der dort betroffene Schüler Kontakt hatte.

VIDEO: Ludwigslust: Zwei weitere Lehrkräfte infiziert (3 Min)

Corona-Fälle an zwei Schulen im Land

In der Grundschule war ein Schüler positiv auf das Corona-Virus getestet worden - am Gymnasium in Ludwigslust eine Lehrerin. Sie war zwar nicht im Unterricht - hatte aber in der letzten Ferienwoche an einer Weiterbildung teilgenommen. Alle 55 Lehrerinnen und Lehrer wurden getestet. Das Gymnasium in Ludwigslust bleibt zunächst bis Mittwoch geschlossen. Die Schule hat derzeit rund 800 Schüler. Landrat Stefan Sternberg (SPD) bat um Verständnis für die Maßnahme. "Sicherheit geht vor", so der Landrat, "wir halten alle Eltern, Schüler und Lehrer über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden".

Bildungsministerin: Schnelles Handeln wichtig

Der Landkreis Rostock will die Eltern über das richtige Verhalten in der Quarantänezeit und den Umgang mit etwaigen Verdienstausfällen informieren. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass es Verdachtsfälle in den Schulen geben wird", sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). "Wichtig ist, dass in diesen Fällen sofort reagiert und gehandelt wird. Der Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Beschäftigten steht an erster Stelle."

Schwesig: Keine flächendeckenden Schulschließungen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verteidigte das geltende Schulkonzept des Landes, das keine flächendeckenden Schulschließungen vorsieht. Es sei klar, dass die Öffnung der Schulen im Land mit rund 155.000 Schülern für den Regelbetrieb eine der größten Herausforderungen in der Corona-Pandemie sei. Dabei habe von Anfang an gegolten, auf Nummer Sicher zu gehen. "Das heißt, dass in dem Moment, wo ein Verdachtsfall auftritt, (...) die Gesundheitsämter konsequent handeln, indem sie sagen: Kurzzeitig bleiben alle zu Hause. Wir testen durch und schauen, ob es weitere Fälle gibt." Ziel sei es, wenn es Fälle wie etwa den in der Schule in Graal-Müritz gebe, dass dort vor Ort gehandelt werde. "Aber alle anderen Schulen können weitermachen."

Landeselternrat für umfassendere Tests

Der Landeselternrat MV plädiert für umfassendere Tests bei Schülern und Lehrern. Mit Folgetests lasse sich nach einem bekannt gewordenen Infektionsfall klären, ob es weitere Ansteckungen gibt. Bei entsprechenden Befunden könnten die Schließungen verkürzt oder auf einzelne Klassen beschränkt werden, sagte der Elternratsvorsitzende Kay Czerwinski am Freitag. "Die Kinder müssen so schnell wie möglich wieder zum Präsenzunterricht kommen. Denn das ist das, was wir brauchen, gerade für Kinder in den Grundschulen", betonte der Elternvertreter.

Lehrerverband: Hygienemaßnahmen reichen nicht aus

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte schärfere Hygienemaßnahmen in den Schulen in ganz Deutschland gefordert. "Wenn man Schulen wieder komplett öffnet, dann muss man als Ersatz für die wegfallende Mindestabstandsregelung im Klassenzimmer wirksame alternative Hygieneschutzmaßnahmen ergreifen", sagte Meidinger. In Mecklenburg-Vorpommern sei da zu wenig geschehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 08.08.2020 | 12:00 Uhr

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