Stand: 13.05.2020 11:08 Uhr

Corona: MV bessert bei Kita-Betreuung nach

Die Landesregierung reagiert auf Kritik an den Plänen zur Wiederöffnung der Kitas in Mecklenburg-Vorpommern und will die Betreuungszeiten erhöhen. Das teilte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Dienstagabend nach Beratungen mit Vertretern der kommunalen Verbände in Schwerin mit. Die tägliche Betreuungszeit solle werktäglich für Kinder vollzeitbeschäftigter Eltern mindestens sechs Stunden betragen, so Drese.

Individuelle Entscheidungen möglich, je nach Personal und Platz

Familien, die bisher einen Halbtags- oder Teilzeitplatz hatten, haben wenigstens auf diese Zeit Anspruch. Wenn Kitas darüber hinaus mehr ermöglichen können, können sie das anbieten. Die jeweiligen Träger müssten individuell entscheiden - je nachdem, wieviel Personal sie einsetzen können und wie viele Räume sie benutzen können.

Breite Kritik an ursprünglicher Regelung

Zunächst war eine Mindestbetreuungszeit von lediglich 3,5 Stunden täglich bei gleichzeitiger Begrenzung der Gruppengrößen auf fünf bis zehn Kinder geplant gewesen. Diese Pläne wurden insbesondere für berufstätige Eltern als unzureichend kritisiert. Kritik kam auch von Kommunalverbänden, Kita-Trägern und Gewerkschaften. "Wir haben den MV-Plan heute konkretisiert und wir haben diesen Plan verbessert und weiterentwickelt", sagte Drese.

Feste Gruppen, Räume und Bezugspersonen

Nach Angaben der Sozialministerin sollen vom 18. Mai an zunächst die Vorschulkinder in die Kitas zurückkehren. Die Betreuung aller Kinder in den Kitas beginnt am 25. Mai. Laut den neuen Plänen sollen die Kinder dann in ihren vertrauten Gruppen von einer festen Bezugsperson betreut werden. Das solle die Ansteckungsgefahr mindern.

Weitere Informationen
Ein Mädchen mit Schulranzen und Schutzmaske auf dem Schulweg. © panthermedia Foto: Hannes_Eichinger

Kritik an Corona-Lockerungen für Schulen und Kitas in MV

Die Landesregierung erntet für die beschlossenen Lockerungen an Schulen und Kitas im Nordosten viel Kritik. Zudem fordert die GEW systematische Corona-Tests an den Schulen. mehr

In einer leeren Schulklasse steht das Wort "Coronavirus" an der Tafel. (Themenbild) © picture alliance Foto: Zoonar

"Große Schritte" für Schulen und Kitas

Die Schulen und Kitas in Mecklenburg-Vorpommern sollen stufenweise wieder geöffnet werden. Das sieht der Plan der Landesregierung zu den Lockerungen der Corona-Beschränkungen vor. mehr

Die Gruppengröße soll nicht mehr beschränkt werden. Offene Betreuungskonzepte mit wechselnden Besetzungen und wechselnden Räumen seien aber unter den Bedingungen der Corona-Epidemie nicht mehr möglich, sagte Drese. "Es darf zu keiner Vermischung der Gruppen kommen", betonte auch der Landrat des Kreises Mecklenburgische Seenplatte und Landkreistagvorsitzende Heiko Kärger (CDU). Kinder, die derzeit schon in Notbetreuungsgruppen betreut werden, sollen in diesen Gruppen bleiben.

Wie weit reicht das Personal?

Ein Expertengremium soll die Kitas bei der Umsetzung der Vorgaben unterstützen und begleiten. Fraglich ist allerdings, wie viele Erzieherinnen tatsächlich zur Verfügung stehen. Darüber haben Kommunen und Verbände bislang keine Übersicht, weil es zum einen eine Vielzahl an Kita-Trägern gibt und zum anderen Erzieherinnen nicht wie Lehrer selbst entscheiden können, ob sie als Risikopatienten zu Hause bleiben oder arbeiten. Darüber entscheiden die Träger gemeinsam mit dem Betriebsarzt. Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert, dass Beschäftigte sich dazu eine ärztliche Zweitmeinung einholen können. Außerdem dürften ärztliche Entscheidungen nicht zu Nachteilen bei der Beschäftigung und Bezahlung führen.

Kommunen zufrieden mit neuer Lösung

Vertreter der Kommunen zeigten sich zufrieden. Wismars Bürgermeister Thomas Bayer (SPD), erklärte als Vorsitzender des Städte- und Gemeindetags, er freue sich sehr über die erzielte Einigung. Nun werde die Kindertagesstättenbetreuung so hochgefahren, dass sie kompatibel mit vielen anderen Lockerungen ist.

Weitere Informationen
Passanten in Rostocker Fußgängerzone © Steffen Baxalary Foto: Steffen Baxalary

Corona-Vorzeigestadt Rostock nun mit kritischer Inzidenz

Oberbürgermeister Madsen rechnet mit weiter zunehmenden Neuinfektionen und will dann Maßnahmen ergreifen. mehr

7-Tage-Inzidenzkarte für Mecklenburg-Vorpommern vom 12. April 2021

Corona in MV: 176 Neuinfektionen, sieben weitere Todesfälle

Auch in Rostock liegt der Inzidenzwert inzwischen über 100. mehr

Eine ältere Frau wird in einem Krankenhaus beatmet (Symbolbild) © Colourbox

Corona: Noch kein Mangel an Intensivbetten

Deutschlandweit könnten die Intensivstationen bald überlastet sein. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage angespannt – aber stabil. mehr

Stilisierte Coronaviren sind  über einen Geldschein projiziert (Montage) © photocase, Fotolia Foto: PolaRocket, psdesign1

100 Millionen Euro zusätzliche Hilfen für Wirtschaft in MV

Landesregierung will unter anderem Investitionen des verarbeitenden Gewerbes unterstützen. mehr

Impfstoff AstraZeneca.

Mecklenburgische Seenplatte gibt Impftermine für über 60-Jährige frei

Frauen und Männer dieser Altersgruppe brauchen keinen Termin für eine Impfung mit AstraZeneca, nur ein Ausweisdokument. mehr

Eine Frau mit Mundschutz steht an einem Fenster und blickt ins Licht. © imago images Foto: Action Pictures/imago

Vorpommern-Greifswald: Verschärfte Quarantäneregeln treten in Kraft

Wer sich im Kreis Vorpommern-Greifswald mit dem Coronavirus infiziert, muss für 14 Tage in Quarantäne. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.05.2020 | 05:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Passanten in Rostocker Fußgängerzone © Steffen Baxalary Foto: Steffen Baxalary

Corona-Vorzeigestadt Rostock nun mit kritischer Inzidenz

Oberbürgermeister Madsen rechnet mit weiter zunehmenden Neuinfektionen und will dann Maßnahmen ergreifen. mehr