Stand: 12.06.2018 07:51 Uhr

Blutspenden knapp: Dienst stellt zur WM Fernseher auf

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In Mecklenburg-Vorpommern werden die Blutspenden knapp - vor allem der Gruppen 0 und A. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern werden die Blutreserven knapp. Wegen drohender Engpässe haben mehrere Blutspendedienste in Mecklenburg-Vorpommern zur Abgabe aufgerufen. In Greifswald fehlen den Angaben zufolge vor allem Blutspenden der Gruppen 0 und A. Der Blutspendedienst des Uni-Klinikums will deshalb die Blutspendeampel von Gelb auf Rot umschalten. Das bedeutet, dass die Konserven nur noch für maximal drei Tage reichen.

Nur beim DRK stabile Zahlen

An der Uniklinik Rostock sei in diesem Jahr ein Rückgang von mehr als sechs Prozent verzeichnet worden, teilte die Uniklinik mit und auch der Blutspendedienst Haema klagt über leere Liegen. Lediglich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) konnte sich über eine stabile Zahl an Spendern freuen. Demnach hätten von Januar bis Mai mehr als 26.700 Menschen gespendet.

Blutspenden dürfen 18- bis 73-Jährige, die mindestens 50 Kilo wiegen. Frauen dürfen pro Jahr viermal Blut spenden, Männer sechs Mal. Zur Blutspende muss ein Personalausweis mitgebracht werden.

Junge Spender unterrepräsentiert

Als Grund für den Rückgang wird auf die Altersstruktur des Landes verwiesen. "Gerade die jungen Spender sind deutlich unterrepräsentiert", sagte eine DRK-Sprecherin. Laut einer Studie von Andreas Greinacher von der Universität Greifswald werden zwei Drittel der Blutkonserven von Menschen gespendet, die jünger als 60 sind. "Seit 2018 ist die Hälfte der Bevölkerung 60 Jahre und älter", sagte Ulf Alpen, Sprecher der Greifswalder Blutspende. Zudem müssten während des Sommers zusätzlich zahlreiche Urlauber versorgt werden.

WM-Fernseher im Warteraum

Mit Sorge blicken die Verantwortlichen auf die bevorstehenden Ferien und die Fußball-WM. "Den großen Einbruch, das 'Sommerloch', erwarten wir in den kommenden zwei Monaten, wenn Schulferien und semesterfreie Zeit zusammenfallen und viele Spender und Spendewillige nicht vor Ort sind", hieß es von der Uni-Klinik Rostock. Und dazu noch die Fußball-WM: "Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass während eines solch herausragenden Sportevents weniger Spender kommen, weil sie kein Spiel verpassen wollen." In Greifswald werde deshalb während der WM im Wartebereich ein Fernseher aufgestellt. Außerdem wird ein Quiz veranstaltet, bei dem Trikots und Sporttaschen gewonnen werden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.06.2018 | 08:00 Uhr

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