Stand: 15.05.2018 16:44 Uhr

Bau der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 gestartet

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Am deutschen Anlandepunkt in Lubmin bei Greifswald wird an den Fundamenten der Gasempfangstation bereits gearbeitet.

Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 hat mit dem Bau der umstrittenen Erdgaspipeline durch die Ostsee begonnen. Die Genehmigung zum Bau hatte das Bergamt Stralsund bereits im März erteilt. Seit dem Dienstagmorgen sind vor Lubmin fünf Baggerschiffe im Einsatz. In den kommenden Wochen werden sie einen rund 28 Kilometer langen Graben auf dem Meeresboden ausheben, sagte Nord-Stream-2-Sprecher Steffen Ebert: "Dieser Rohrgraben ist notwendig, um später das Rohr sicher und stabil in den Boden zu verlegen."

Ein Teil der Pipeline.

Baustart für umstrittene Erdgas-Pipeline

Nordmagazin -

Die Nord Stream 2 AG hat im Greifswalder Bodden mit den Arbeiten für die neue Erdgaspipeline begonnen. Der Umweltverband NABU befürchtet, dass dabei Schutzgebiete zerstört werden.

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Gericht lieferte keine Entscheidung

Landseitig hatten die Bauarbeiten an der Anlandungsstelle in Lubmin bereits begonnen. Der Umweltverband NABU hatte noch vor wenigen Tagen versucht, den Baustart per Eilantrag zu verhindern. Der Verband befürchtet die Zerstörung von Schutzgebieten im Greifswalder Bodden und hatte bereits im Februar eine Klage und einen Eilantrag gegen die Genehmigung des Bergamtes Stralsund eingereicht. Das Gericht hat Nord Stream bis Freitag Zeit zur Stellungnahme gegeben. Damit haben sich die Befürchtungen des Umweltverbandes bewahrheitet. Der Naturschutzbund hatte auf eine Entscheidung gehofft, bevor Nord Stream 2 Tatsachen schaffen kann, sagte ein Verbandssprecher gegenüber NDR 1 Radio MV.

Annalena Baerbock © dpa-Bildfunk Fotograf: Julian Stratenschulte

Baerbock fordert Stopp von Nord Stream 2

NDR Info - Mittagsecho -

Grünen-Chefin Baerbock missbilligt die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2. Sie bedeute einen Verstoß gegen die geltenden Russland-Sanktionen, spalte Europa und schade dem Klima.

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NABU: "Schwarzer Tag für Meeres- und Klimaschutz"

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sprach von einem schwarzem Tag für den Meeres- und den Klimaschutz sowie das zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland. "Wir appellieren eindringlich an das Gericht, einen sofortigen Baustopp zu verhängen", so Miller weiter. Es sei ein fatales Signal, "dass weder die Gerichte noch die Politik in der Lage zu sein scheinen, eine unabhängige Prüfung dieses fragwürdigen Mammutprojektes sicherzustellen, bevor der Umweltschaden eintritt," hieß es. Damit stünde erneut das wirtschaftliche Interesse eines Großkonzerns über dem Interesse des Naturschutzes.

Videos
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Klage gegen Nord Stream 2

05.03.2018 19:30 Uhr
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Der Naturschutzbund Deutschland hat Klage gegen den Bau des zweiten Strangs der Ostseepipeline eingereicht. Es gab Verfahrensfehler, außerdem seien Schäden in Vogelschutzgebieten zu erwarten. Video (02:18 min)

Kritik aus der Wirtschaft und Europa

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kritisierte den Bau der Gaspipeline, das Projekt sei nicht notwendig. "Unsere Wirtschaft braucht das Gas nicht", sagte die DIW-Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert NDR 1 Radio MV. "Wir haben auf den internationalen Märkten einen Überschuss an Gas. Energiewirtschaftlich ist dieses Projekt nicht zu rechtfertigen." Das Vorhaben ist auch innerhalb der EU und Europas umstritten. Vor allem Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa hatten immer wieder bemängelt, dass Nord Stream 2 dem Vorhaben widerspreche, sich unabhängiger von russischen Gasimporten zu machen. Die Kritiker befürchten, dass die Sicherheit Europas in Gefahr gerät, wenn Russland bei der Energieversorgung zu viel Gewicht erhält.

Bundesminister Altmaier will vermitteln

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will im Streit um die umstrittene Ostsee-Pipeline zwischen der Ukraine und Russland vermitteln. Es müsse eine Lösung gefunden werden, die den Interessen aller Beteiligten Rechnung trage, sagte der CDU-Politiker am Montag in Kiew. Am Dienstag standen Gespräche mit russischen Regierungsvertretern in Moskau an.

Weitere Informationen

EU uneins über Ausbau der Ostsee-Pipeline

Der geplante Ausbau der Ostsee-Pipeline sorgt für Streit in Europa. Gegner befürchten eine zunehmende Abhängigkeit von Russland. Kanzlerin Merkel spricht dagegen von einem weitgehend privaten Projekt. (18.12.2015) mehr

Zustimmung in anderen Anrainerstaaten steht noch aus

Die Gaspipeline soll auf einer Länge von rund 1.200 Kilometern durch die Ostseegewässer Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands verlaufen. In Dänemark, Schweden und Russland steht die Zustimmung der Behörden noch aus. Die politisch umstrittene Gaspipeline mit einer geplanten Jahreskapazität von etwa 55 Milliarden Kubikmetern soll in etwa entlang der ersten rund 1.200 Kilometer langen Erdgastrasse auf dem Grund der Ostsee verlegt werden.

Weitere Informationen

NABU will Baubeginn von Nord Stream 2 verhindern

Der Umweltverband NABU will den für Mitte Mai geplanten Baustart der Gaspipeline Nord Stream 2 verhindern. Der Verband reichte erneut einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Greifswald ein. (11.05.2018) mehr

NABU klagt gegen Nord Stream 2

Der Naturschutzbund hat per Eilantrag Klage beim Oberverwaltungsgericht Greifswald eingereicht. In der Kritik stehen grobe Verfahrensfehler bei der Genehmigung der Ostseepipeline Nord Stream 2. (06.03.2018) mehr

Nord Stream 2 in Deutschland genehmigt

Die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 ist in Deutschland genehmigt worden. In vier weiteren Anrainerstaaten steht die Freigabe für den Bau der Erdgasleitung noch aus. (27.03.2018) mehr

Das Erste: Panorama

Heimlicher Wirtschaftskrieg: USA wollen deutsche Pipeline verhindern

03.05.2018 21:45 Uhr
Das Erste: Panorama

Die USA wollen die Gas-Pipeline "Nord Stream 2" zwischen Deutschland und Russland verhindern, drohen mit Sanktionen. Der Grund: Sie wollen ihr eigenes Gas verkaufen. (04.05.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.05.2018 | 16:15 Uhr

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