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Küken töten verboten - Ein neues Gesetz und seine Folgen

Dienstag, 01. Juni 2021, 20:33 bis 21:00 Uhr, NDR Info

In einem Hähnchenmastbetrieb sind viele kleine Küken zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Jens Büttner

Ein Feature von Leonie Jost

In einem Labor wird versucht das Geschlecht eines Kükens im Ei zu bestimmen. © dpa picture alliance Foto: Matthias Rietschel
Durch den Einsatz von Licht kann die Geschlechtsbestimmung im Ei erfolgen.

Am Ende wollten es alle: Verbraucher*innen, Tierschützer*innen sowieso, die Geflügelindustrie dann irgendwann auch. Und nachdem es 2019 das Bundesverwaltungsgericht gefordert hat, sogar die Politik: das Verbot des Kükentötens.

Ab dem 1.1.2022 dürfen in Deutschland keine Eintagsküken mehr getötet werden. Bislang ist das auf Höfen mit Eierproduktion anders. Denn für die männlichen Küken von Legehennen gibt es keine Verwendung. Bruderhähne legen keine Eier und setzen - anders als in Mastlinien - kaum Fleisch an. Das ist der Grund, warum in Deutschland bislang pro Jahr mehr als 40 Millionen männliche Küken kurz vor dem Schlupf getötet wurden.

Aber was passiert nun mit ihnen? Werden Bauernhöfe ihre Lege- und Mastlinien umstellen? Das Fleisch von Bruderhähnen ist bislang in Deutschland wenig beliebt. Die Geflügelwirtschaft setzt eher auf die frühzeitige Geschlechtsbestimmung im Ei, die es möglich macht, dass nur weibliche Küken ausgebrütet werden. Aber auch dort hat der Gesetzgeber jetzt einen Riegel vorgeschoben. Ab 2024 darf aus Gründen des Tierschutzes das Geschlecht eines Eies nur noch bis zum 7. Bruttag bestimmt werden. Ambitionierte Züchter*innen verfolgen vor allem im Bio-Bereich die Idee eines „Zweinutzungshuhnes“. Fragt sich nur, ob Verbraucher*innen dafür auch die entsprechenden Preise zahlen werden. 

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