Demonstranten halten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir sind das Volk". © dpa Foto: Christoph Schmidt

Quiz: Wie stehen die Deutschen zur Demokratie?

Wie gefestigt ist die Demokratie in Deutschland? Die Robert-Bosch-Stiftung hat 2021 dazu eine repräsentative Studie herausgegeben, mit dem Ziel, mehr über die Einstellung der Menschen zur Demokratie zu erfahren.

Dabei geht es nicht nur darum, ob die Deutschen sich mehrheitlich zur Demokratie bekennen, sondern vor allem, was sie unter dieser Staatsform verstehen und wie sie ihre eigene Rolle in diesem politischen System sehen. Fragen aus dieser Studie hat der NDR bei seiner Fernsehsendung "Das Experiment: Wie demokratisch bist du?" auch sieben Probandinnen und Probanden gestellt. Sie alle sagten im Vorfeld von sich selbst, sie würden sich demokratisch engagieren.

Es sind sieben von fast 62 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland. Was denkt die Mehrheit der Menschen in Deutschland über Volksentscheide, Meinungsfreiheit und die eigenen Einflussmöglichkeiten? Schätzen Sie Ihre Landsleute richtig ein? Finden Sie es heraus.

Für wie viel Prozent der Deutschen ist es wichtig in einer Demokratie zu leben?

94 Prozent, 80 Prozent, 66 Prozent

94 Prozent

Das stimmt. Die Untersuchung hat ergeben, dass das Prinzip der Demokratie in Deutschland nicht umstritten ist. Politische Kräfte, die offen mit der Abschaffung der Demokratie werben, würden mit dieser Forderung kaum Rückhalt finden. Aber die Untersuchung zeigt auch, dass es - trotz der großen Zustimmung - durchaus eine Anzahl von Menschen gibt, die nicht immun gegen autoritäre Versuchungen sind.

80 Prozent

Das wäre schon ein respektabler Wert. Aber tatsächlich ist es sogar 94 Prozent der Befragten wichtig. Das Prinzip der Demokratie ist in Deutschland also nicht umstritten. Politische Kräfte, die offen mit der Abschaffung der Demokratie werben, würden mit dieser Forderung kaum Rückhalt finden. Aber die Untersuchung zeigt auch, dass es - trotz der großen Zustimmung - durchaus eine Anzahl von Menschen gibt, die nicht immun gegen autoritäre Versuchungen sind.

66 Prozent

Nein, es sind weit mehr. 94 Prozent der Befragten gaben an, es sei ihnen wichtig, in einer Demokratie zu leben. Das Prinzip der Demokratie ist in Deutschland also nicht umstritten. Politische Kräfte, die offen mit der Abschaffung der Demokratie werben, würden mit dieser Forderung kaum Rückhalt finden. Aber die Untersuchung zeigt auch, dass es - trotz der großen Zustimmung - durchaus eine Anzahl von Menschen gibt, die nicht immun gegen autoritäre Versuchungen sind.

 

Das Stichwort "starke Führung" klingt für die einen autoritär und antidemokratisch, für die anderen nach Durchsetzungsstärke und Effizienz.

Wie viel Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass Demokratie eine starke Führung braucht?

13 Prozent, 17 Prozent, 21 Prozent

13 Prozent

Tatsächlich sind es deutlich mehr. 21 Prozent der Befragten wünschen sich eine starke Führung, die im Notfall ungehindert handeln kann. Das klare Ja zur Demokratie beantwortet noch nicht die Frage, was das für die Menschen eigentlich ist.

17 Prozent

Tatsächlich sind es noch etwas mehr. 21 Prozent der Befragten wünschen sich eine starke Führung, die im Notfall ungehindert handeln kann. Das klare Ja zur Demokratie beantwortet noch nicht die Frage, was das für die Menschen eigentlich ist.

21 Prozent

Ganz genau. 21 Prozent der Befragten wünschen sich eine starke Führung, die im Notfall ungehindert handeln kann. Das klare Ja zur Demokratie beantwortet noch nicht die Frage, was das für die Menschen eigentlich ist.

 

Das Wort "Demokratie" stammt aus dem alten Griechenland und heißt übersetzt "Herrschaft des Volkes". Diese Definition war damals allerdings mit Vorsicht zu genießen. Denn zum "Volk" gehörten in der griechischen Antike ausschließlich Männer eines gewissen Standes - mitunter nur zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Heute versucht unser politisches System möglichst alle miteinzubeziehen. Zum Wesen der Demokratie und wem sie dienen soll, gibt es aber auch heute noch sehr gegensätzliche Auffassungen.

Was meinen Sie, wofür ist die Mehrheit der Deutschen?

In der Politik geht es darum, den Willen des Volkes umzusetzen.
In der Politik geht es darum, unterschiedliche Meinungen und Interessen zum Ausgleich zu bringen.

In der Politik geht es darum, den Willen des Volkes umzusetzen.

Bei dieser Frage sind die Menschen in Deutschland gespalten. Eine starke Minderheit von 44 Prozent spricht sich dafür aus, dass der "Wille des Volkes" umgesetzt werden muss. Wobei sich die Frage stellt, was das eigentlich ist. Der Wille einer Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger? Oder auch nur der größten Teilgruppe, die weniger als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger ausmacht? Eine relativ knappe Mehrheit von 56 Prozent findet, dass es Aufgabe der Politiker in einem demokratischen System ist, unterschiedliche Interessen zum Ausgleich zu bringen.

In der Politik geht es darum, unterschiedliche Meinungen und Interessen zum Ausgleich zu bringen.

Bei dieser Frage sind die Menschen in Deutschland gespalten. Eine starke Minderheit von 44 Prozent spricht sich dafür aus, dass der "Wille des Volkes" umgesetzt werden muss. Wobei sich die Frage stellt, was das eigentlich ist. Der Wille einer Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger? Oder auch nur der größten Teilgruppe, die weniger als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger ausmacht? Eine relativ knappe Mehrheit von 56 Prozent findet, dass es Aufgabe der Politiker in einem demokratischen System ist, unterschiedliche Interessen zum Ausgleich zu bringen.

 

Kann man es demokratisch nennen, wenn eine Partei die Stimmenmehrheit erringt, deren Ziel die Abschaffung der Demokratie ist? Schließlich besiegelten die Wahlsiege der NSDAP Anfang der 1930er-Jahre den Untergang der Weimarer Republik, der ersten Demokratie auf deutschem Boden. Unabhängig von diesem historischen Kontext fragten die Meinungsforscher für die aktuelle Umfrage nach der Zustimmung für dieses Statement: "Auch eine von vielen Menschen gewählte Partei kann undemokratisch sein, wenn ihre Positionen gegen wichtige Grundsätze verstoßen."

Wie viel Prozent der Deutschen teilen die Aussage?

78 Prozent (X), 48 Prozent, 27 Prozent

78 Prozent

Ja, genau. Mehr als drei Viertel der Befragten stellen Parteien keinen Blankoscheck aus, nur weil sie eine große Anhängerschaft haben. Nur 22 Prozent sagen hingegen, eine von vielen Menschen gewählte Partei sei "automatisch demokratisch" - auch wenn sie wichtige Grundsätze verletze. Die meisten Menschen in Deutschland besäßen ein "intaktes Gespür für antidemokratische Gefahren", heißt es in der Untersuchung dazu. "Eine vor der deutschen Geschichte hochrelevante Erkenntnis." 64 Prozent der Befragten stimmten außerdem der Aussage zu, ein Verbot von Parteien, die als verfassungsfeindlich eingestuft werden, sei förderlich für die Demokratie in Deutschland.

48 Prozent

Es sind deutlich mehr. 78 Prozent, also mehr als drei Viertel der Befragten, stellen Parteien keinen Blankoscheck aus, nur weil sie eine große Anhängerschaft haben. Nur 22 Prozent sagen hingegen, eine von vielen Menschen gewählte Partei sei "automatisch demokratisch" - auch wenn sie wichtige Grundsätze verletze. Die meisten Menschen in Deutschland besäßen ein "intaktes Gespür für antidemokratische Gefahren", heißt es in der Untersuchung dazu. "Eine vor der deutschen Geschichte hochrelevante Erkenntnis." 64 Prozent der Befragten stimmten außerdem der Aussage zu, ein Verbot von Parteien, die als verfassungsfeindlich eingestuft werden, sei förderlich für die Demokratie in Deutschland.

27 Prozent

Das wäre eine wirklich erschreckend geringe Zahl. Mehr als drei Viertel der Befragten stellen Parteien keinen Blankoscheck aus, nur weil sie eine große Anhängerschaft haben. Nur 22 Prozent sagen hingegen, eine von vielen Menschen gewählte Partei sei "automatisch demokratisch" - auch wenn sie wichtige Grundsätze verletze. Die meisten Menschen in Deutschland besäßen ein "intaktes Gespür für antidemokratische Gefahren", heißt es in der Untersuchung dazu. "Eine vor der deutschen Geschichte hochrelevante Erkenntnis." 64 Prozent der Befragten stimmten außerdem der Aussage zu, ein Verbot von Parteien, die als verfassungsfeindlich eingestuft werden, sei förderlich für die Demokratie in Deutschland.

 

"Die Mühlen der Demokratie mahlen langsam", heißt es oft. Politische Beschlüsse, die nach langen parlamentarischen Debatten oft als Kompromiss gefasst werden, können für Gruppen oder Einzelne unbefriedigend sein und werden dann mitunter auf juristischem Wege angefochten. Wie nützlich sollte die Demokratie sein? Spielt es für die Menschen eine Rolle, dass das System auch "liefert", oder ist es einfach an sich gut, weil es ein demokratisches ist?

Welchem Satz stimmt die Mehrheit der Deutschen zu?

Die Demokratie ist immer eine gute Sache, auch wenn sie einmal keine guten Ergebnisse für die Menschen im Land hervorbringt.
Die Demokratie ist nur dann eine gute Sache, wenn sie auch gute Ergebnisse für die Menschen im Land hervorbringt.

Die Demokratie ist immer eine gute Sache, auch wenn sie einmal keine guten Ergebnisse für die Menschen im Land hervorbringt.

Nein, da liegen Sie falsch, aber das Ergebnis ist sehr knapp. 53 Prozent sind der Meinung, dass die Demokratie daran gemessen werden muss, welche Ergebnisse sie hervorbringt. 47 Prozent halten sie per se für eine gute Staatsform. "Das muss nicht bedeuten, dass man die Demokratie im Zweifelsfall aufzugeben bereit wäre, aber man geht womöglich kritischer mit ihr ins Gericht", schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie. Zu dieser Erkenntnis passe, dass 71 Prozent sich eine "kümmernde" Politik wünschten, die das Leben der Menschen aktiv verbessere.

Die Demokratie ist nur dann eine gute Sache, wenn sie auch gute Ergebnisse für die Menschen im Land hervorbringt.

Ja, so sieht es tatsächlich die Mehrheit der Teilnehmenden, aber das Ergebnis ist sehr knapp. 53 Prozent sind der Meinung, dass die Demokratie daran gemessen werden muss, welche Ergebnisse sie hervorbringt. 47 Prozent halten sie per se für eine gute Staatsform. "Das muss nicht bedeuten, dass man die Demokratie im Zweifelsfall aufzugeben bereit wäre, aber man geht womöglich kritischer mit ihr ins Gericht", schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie. Zu dieser Erkenntnis passe, dass 71 Prozent sich eine "kümmernde" Politik wünschten, die das Leben der Menschen aktiv verbessere.

 

Die Volksrepublik China ist so alt wie die Bundesrepublik Deutschland. 1949 wurde sie gegründet. Ohne Zweifel hat sich das Land in den vergangenen Jahrzehnten zu einer wirtschaftlichen Weltmacht entwickelt. Die chinesische Verfassung spricht von einer "demokratischen Diktatur des Volkes" - de facto praktisch seit Staatsgründung ein Einparteiensystem ohne echte Wahlmöglichkeiten. Ein Staat, der sich nicht nur "kümmert", sondern rigoros durchgreift, um Beschlüsse der herrschenden Kommunistischen Partei durchzusetzen. Die Untersuchung stellte dieses Statement in den Raum: "Wir können in politischer Hinsicht viel von Ländern wie China lernen, weil dort Entscheidungen viel schneller getroffen werden können als hier."

Wie groß ist der Anteil der Deutschen, die diese Ansicht teilen?

26 Prozent (X), 18 Prozent, 33 Prozent

26 Prozent (X)

Sie haben recht. Für immerhin 26 Prozent der Umfrageteilnehmer hat das chinesische System Vorbildcharakter. 74 Prozent sehen hingegen wenig Möglichkeiten, von China zu lernen, "weil dort schließlich eine Diktatur herrscht". Dass mit der Demokratie auch einhergeht, dass Veränderungen oft viel Zeit brauchen, wird also von einer Dreiviertelmehrheit akzeptiert.

18 Prozent

Nein, das ist nicht richtig. Für immerhin 26 Prozent der Umfrageteilnehmer hat das chinesische System Vorbildcharakter. 74 Prozent sehen hingegen wenig Möglichkeiten, von China zu lernen, "weil dort schließlich eine Diktatur herrscht". Dass mit der Demokratie auch einhergeht, dass Veränderungen oft viel Zeit brauchen, wird also von einer Dreiviertelmehrheit akzeptiert.

33 Prozent

Ganz so viele sind es nicht, aber für immerhin 26 Prozent der Umfrageteilnehmer hat das chinesische System Vorbildcharakter. 74 Prozent sehen hingegen wenig Möglichkeiten, von China zu lernen, "weil dort schließlich eine Diktatur herrscht". Dass mit der Demokratie auch einhergeht, dass Veränderungen oft viel Zeit brauchen, wird also von einer Dreiviertelmehrheit akzeptiert.

 

In unserem Grundgesetz heißt es in Artikel 5, Absatz 1: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten." Man könnte meinen, seit dem Aufkommen sozialer Medien trete die Meinungsvielfalt in unserer Gesellschaft offener zutage denn je. Aber was sagen die Studienergebnisse zu dieser Frage?

"In unserem aktuellen politischen System kann ich meine Meinung nicht frei äußern." Wie viel Prozent der Befragten haben dieser Aussage zugestimmt?

42 Prozent, 17 Prozent, 26 Prozent (nebeneinander)

42 Prozent (x)

Da lagen Sie mit Ihrer Einschätzung richtig. Die Meinungsfreiheit rangiert bei den Befragten der Untersuchung zufolge an oberster Stelle der demokratischen Werte. Eine große Minderheit von 42 Prozent sieht dieses Recht in Deutschland allerdings in Gefahr. "Diese Zahlen sind angesichts grassierender Verschwörungserzählungen also hochbrisant: Anscheinend fallen derartige Vorwürfe bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden", heißt es in der Studie der Robert-Bosch-Stiftung.

17 Prozent

Nein, der Prozentsatz liegt leider deutlich höher. Die Meinungsfreiheit rangiert bei den Befragten der Untersuchung zufolge an oberster Stelle der demokratischen Werte. Eine große Minderheit von 42 Prozent sieht dieses Recht in Deutschland in Gefahr. "Diese Zahlen sind angesichts grassierender Verschwörungserzählungen also hochbrisant: Anscheinend fallen derartige Vorwürfe bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden", heißt es in der Studie der Robert-Bosch-Stiftung.

26 Prozent

Die Meinungsfreiheit rangiert bei den Befragten der Untersuchung zufolge an oberster Stelle der demokratischen Werte. Nicht nur 26 Prozent, sondern 42 Prozent sehen dieses Recht in Deutschland allerdings in Gefahr. "Diese Zahlen sind angesichts grassierender Verschwörungserzählungen also hochbrisant: Anscheinend fallen derartige Vorwürfe bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden", heißt es in der Studie der Robert-Bosch-Stiftung.

 

In Artikel 38 des Grundgesetzes heißt es: "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen." Aber was meinen die Deutschen? Wird die Politik diesem hehren Anspruch gerecht? Oder sind Lobbyisten und Strippenzieher im Verborgenen für viele Menschen die wahren Regierenden?

"Politiker und andere Führungspersönlichkeiten sind nur Marionetten der dahinterstehenden Mächte." Diese Meinung teilten:

31 Prozent

Sie liegen mit Ihrem Schätzwert noch deutlich zu niedrig. Mit 51 Prozent stimmt eine knappe Mehrheit der Befragten dieser drastisch formulierten Aussage zu. Sie glauben somit, Politiker und andere Führungspersönlichkeiten seien in ihren Entscheidungen nicht frei, sondern von "Mächten" gesteuert. 44 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie würden oftmals gezielt "Themen, die die Politik verschweigt" recherchieren.

51 Prozent (X)

Richtig. Mit 51 Prozent stimmt eine knappe Mehrheit der Befragten dieser drastisch formulierten Aussage zu. Sie glauben somit, Politiker und andere Führungspersönlichkeiten seien in ihren Entscheidungen nicht frei, sondern von "Mächten" gesteuert. 44 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie würden oftmals gezielt "Themen, die die Politik verschweigt" recherchieren.

61 Prozent

Nein, so hoch ist der Zustimmungswert zu dieser drastisch formulierten Aussage nicht. Mit 51 Prozent würde jedoch eine knappe Mehrheit der Befragten sie unterschreiben. Sie glauben somit, Politiker und andere Führungspersönlichkeiten seien in ihren Entscheidungen nicht frei, sondern von "Mächten" gesteuert. 44 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie würden oftmals gezielt "Themen, die die Politik verschweigt" recherchieren.

Zu den Grundfesten einer stabilen Demokratie gehört auch eine freie Presse. Sie soll Missstände aufdecken, den Mächtigen auf die Finger schauen, Wahres von Unwahrem und Wichtiges von Unwichtigem trennen. Doch nicht wenige misstrauen heute dem klassischen Journalismus in Zeitungen und Sendern, wenden sich stattdessen lieber "alternativen" Informationsquellen zu - etwa in den sogenannten sozialen Medien. Wie hoch ist der Anteil der Befragten, die diese Aussage bejahen?

"Die Medien verfolgen ihre eigenen Absichten, statt die Fakten zu berichten."

24 Prozent, 61 Prozent, 53 Prozent

24 Prozent

Nein, das Misstrauen ist leider bedeutend größer. 53 Prozent der Befragten glauben, die Medien hätten eine eigene Agenda und würden nicht unabhängig berichten. Ein Wert, der auch uns Medienschaffenden zu denken geben sollte.

61 Prozent

Nicht ganz, aber leider auch nicht weit daneben. 53 Prozent der Befragten glauben, die Medien hätten eine eigene Agenda und würden nicht unabhängig berichten. Ein Wert, der auch uns Medienschaffenden zu denken geben sollte.

53 Prozent

Sie liegen richtig. Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, die Medien hätten eine eigene Agenda und würden nicht unabhängig berichten. Ein Wert, der auch uns Medienschaffenden zu denken geben sollte.

Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Das bedeutet, wir wählen Abgeordnete als Stellvertreter in Parlamente und übertragen ihnen damit die Entscheidungsgewalt für nahezu alle politischen Fragen. Volksentscheide, bei denen Bürgerinnen und Bürger direkt über Gesetzesvorhaben entscheiden, gibt es in Deutschland höchstens auf Landes-, nicht auf Bundesebene - und sie sind vergleichsweise selten. Anders ist es beispielsweise in der Schweiz, wo die Wahlberechtigten mehrmals im Jahr an die Urnen gerufen werden, um gebündelt über Gesetzentwürfe abzustimmen. Ein Vorbild für Deutschland?

"Über wichtige Fragen sollten am besten die Bürger selbst abstimmen." Wie hoch schätzen Sie den Prozentsatz der Deutschen, die diesem Satz zustimmen?

74 Prozent, 52 Prozent (X), 35 Prozent

74 Prozent

Nein, so hoch ist der Anteil der Verfechter direkter Demokratie nicht. Das Teilnehmerfeld ist hier fast in der Mitte gespalten: 52 Prozent bevorzugen direkte Abstimmungen der Bürgerinnen und Bürger, 48 Prozent sind der Auffassung, dass wichtige Fragen in den Händen der gewählten Volksvertreter am besten aufgehoben sind. "In einem Land, in dem auf Bundesebene direktdemokratische Verfahren nicht vorgesehen sind, ist dies eine erstaunliche Aufteilung", schlussfolgern die Autorinnen und Autoren der Studie. Es gebe eine beachtliche Unterstützung für plebiszitäre Ergänzungen zum Repräsentativprinzip des Grundgesetzes.

52 Prozent (X)

So ist es. Eines der knappsten Abstimmungsergebnisse der Studie lieferte die Frage nach dem Gewicht von Volksabstimmungen. Das Teilnehmerfeld ist hier fast in der Mitte gespalten: 52 Prozent bevorzugen direkte Abstimmungen der Bürgerinnen und Bürger, 48 Prozent sind der Auffassung, dass wichtige Fragen in den Händen der gewählten Volksvertreter am besten aufgehoben sind. "In einem Land, in dem auf Bundesebene direktdemokratische Verfahren nicht vorgesehen sind, ist dies eine erstaunliche Aufteilung", schlussfolgern die Autorinnen und Autoren der Studie. Es gebe eine beachtliche Unterstützung für plebiszitäre Ergänzungen zum Repräsentativprinzip des Grundgesetzes.

35 Prozent

Volksentscheide haben in Deutschland mehr Befürworter, als Sie denken: 52 Prozent bevorzugen direkte Abstimmungen der Bürgerinnen und Bürger, 48 Prozent sind der Auffassung, dass wichtige Fragen in den Händen der gewählten Volksvertreter am besten aufgehoben sind. "In einem Land, in dem auf Bundesebene direktdemokratische Verfahren nicht vorgesehen sind, ist dies eine erstaunliche Aufteilung", schlussfolgern die Autorinnen und Autoren der Studie. Es gebe eine beachtliche Unterstützung für plebiszitäre Ergänzungen zum Repräsentativprinzip des Grundgesetzes.

 

Stiftung: Ergebnisse sind Zeichen einer Vertrauenskrise

Das Meinungsbild, das in der Studie sichtbar wird, erlaubt der Robert-Bosch-Stiftung zufolge kein "weiter so" für die Politik. Weit verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber der Demokratie und die Enttäuschung über nicht erfüllte Erwartungen gelte es ernst zu nehmen und zu adressieren. Dabei zeigt die Untersuchung auch: Es ist nicht der Grundbegriff der Demokratie, der umstritten ist, sondern ihre gelebte Praxis, ihre Umsetzung. "In dieser Gemengelage treten unterschiedliche Definitionen davon, was Demokratie eigentlich ist und soll, stärker zutage – man redet teils aneinander vorbei, während man vermeintlich dasselbe meint", schreiben die Autoren.

Die Deutschen zeigten zwar vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte reife demokratische Reflexe. Aber es gebe eine unterschwellige Vertrauenskrise zwischen Bürgern und Politik, aber auch Medien. Viele fühlen sich demnach überhört, übergangen, glauben nicht daran, selbst eingreifen und etwas verändern zu können. "Dieser Befund sollte uns – gerade in einem Superwahljahr wie in Deutschland 2021 – zu denken geben", schreibt Stiftungsgeschäftsführerin Sandra Breka.

 

Die Robert-Bosch-Stiftung More in Common ist eine Initiative für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für die aktuelle Untersuchung arbeitete die Initiative mit dem Meinungsforschungsinstitut KANTAR zusammen und ließ etwa 2.000 Deutsche im ersten Quartal 2021 zu ihren Vorstellungen und Ansichten rund um Demokratie sowie zu ihrem politisch-gesellschaftlichen Erleben befragen.

 

 

 

 

In Deutschland gibt es ein starkes, aus der eigenen Geschichte gewachsenes Bekenntnis zur Demokratie. Die Menschen haben viele Verfassungsgrundsätze verinnerlicht und zeigen reife demokratische Reflexe. Bei aller Solidität, auf die man in Deutschland bekanntlich baut, besteht jedoch unterschwellig eine Vertrauenskrise zwischen Bürgern und Politik; das System liefert in den Augen vieler Menschen nicht ausreichend und hört ebenso nicht aufmerksam genug zu. Eliten- und Medienkritik ist breit anschlussfähig. In dieser Gemengelage treten unterschiedliche Definitionen davon, was Demokratie eigentlich ist und soll, stärker zutage – man redet teils aneinander vorbei, während man vermeintlich dasselbe meint. Unterschiedliche Vertretungsansprüche treten auf den Plan, um sich zu den „eigentlichen Demokraten“ zu erklären. Im vergangenheitsbewussten deutschen Diskurs gewinnt eine solche Verunsicherung schnell an Fahrt.

 

KLADDE:

"Warum soll ich zur Wahl gehen? Meine Meinung interessiert 'die da oben' doch sowieso nicht!" Solche Argumente hört man bisweilen von Nichtwählern und Politikverdrossenen. Knapp jede(r) Vierte machte bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 nicht mit. Schätzen Sie mal, wie hoch die Zustimmung der Befragten zu folgender Aussage war:

"Die Politik interessiert sich unzureichend für meine Meinung."

57 Prozent, 43 Prozent, 70 Prozent (X)

57 Prozent

Eine erschreckend hohe Zahl von Menschen fühlen sich mit ihrer Meinung von der Politik nicht genug wahrgenommen. Bei einer ähnlichen Frage desselben Forschungsteams antworteten 2019 allerdings sogar 82 Prozent entsprechend.

43 Prozent

Da waren Sie zu optimistisch. Es sind tatsächlich erschreckende 70 Prozent, die sich mit ihrer Meinung von der Politik nicht genug wahrgenommen fühlen. Bei einer ähnlichen Frage desselben Forschungsteams antworteten 2019 allerdings sogar 82 Prozent entsprechend.

70 Prozent

So ist es. Eine erschreckend hohe Zahl von Menschen fühlen sich mit ihrer Meinung von der Politik nicht genug wahrgenommen. Bei einer ähnlichen Frage desselben Forschungsteams antworteten 2019 allerdings sogar 82 Prozent entsprechend.



Meine Meinung spielt bei politischen Entscheidungen eine Rolle. (Selbstwirksamkeit), wird nur im Text aufgegriffen.

Es macht einen Unterschied, ob ich zur Wahl gehe oder nicht. (Selbstwirksamkeit)

Alternativ: (Ich fühle mich durch die Parteien repräsentiert. S.23 oben, vorletzte Säule )

 

 

Frage 7: Welche dieser Institutionen und Organisationen genießen im Vergleich das meiste Vertrauen?

Die Medien (53), Der Bundestag (59), die Gerichte (72)

Die Medien (53)

Im Vergleich dieser drei Institutionen genießen die Medien das geringste Vertrauen bei den Befragten. 53 Prozent glauben, die Medien verfolgten ihre eigene Agenda. "Zugleich ist aber zu sagen, dass die Menschen im Alltag trotzdem in großer Zahl auf Informationen aus 'klassischen Medien' bauen", heißt es in der Untersuchung. Demnach halten 71 Prozent die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Das Erste und ZDF für glaubwürdig. Deutlich geringer (22 Prozent) sei der Wert beim deutschen Ableger des von Russland finanzierten Staatssenders "Russia Today".

Der Bundestag (59)

die Gerichte (72)



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