Ein Ohr ragt aus dem Display eines Smartphones (Montage). © dpa picture alliance Foto: Christian Ode

Hacking Made in Israel. Ein Land exportiert den Lauschangriff

Sendung: NDR Info Hintergrund | 04.02.2021 | 20:35 Uhr | von Benjamin Hammer
24 Min | Verfügbar bis 03.02.2022

Israelische IT-Unternehmen sind führend in der Entwicklung von Hacking-Tools. Offensiv eingesetzt kann das Demokratien zerstören.

Auf der Welt sind mehr als drei Milliarden Smartphones in Gebrauch. Wir tragen die Geräte fast immer bei uns. Häufig liegen sie sogar neben uns, wenn wir schlafen. Wir telefonieren mit den Smartphones, wir schreiben, spielen, fotografieren und hören. Wir recherchieren, flirten, streiten. Wir teilen sehr viele Informationen mit diesen Geräten. 

Das macht Smartphones so wertvoll. Auch für Geheimdienste und Ermittlungsbehörden. Ein Smartphone zu infiltrieren, ist technisch eine komplexe Aufgabe. Nur wenige Cyber-Unternehmen auf der Welt bieten dafür Dienstleistungen an. Sie machen das teilweise im Verborgenen, teilweise recht offen. Über die Details ihrer Angebote und ihre Kunden sprechen sie grundsätzlich nicht.

Die erfolgreichsten Firmen – die den Lauschangriff aufs Smartphone verkaufen – kommen aus Israel. Die „NSO-Group“ hat „Pegasus“ entwickelt. Mit der Software kann ein Handy gehackt werden. Weitgehend unbemerkt vom Nutzer können Daten ausgelesen, Telefonate ausgelauscht oder Fotos gemacht werden. Wie alle Unternehmen der offensiven Cyber-Branche geben sie an, dass mit ihrer Hilfe Verbrechen bekämpft, potentielle Attentäter ausgespäht und damit Leben gerettet werden kann. All das stimmt.  Aber die Hacking-Tools „Made in Israel“ gelangen auch in Länder, die keine Rechtsstaaten sind. Länder, die Oppositionelle verfolgen. Kritische Journalist*innen. Menschenrechtsaktivist*innen. 

Das NSO Group-Logo am Firmengebäude. © dpa picture alliance Foto: Daniella Cheslow

Hacking Made in Israel

Mit Spyware aus Israel kann theoretisch jedes Smartphone gehackt werden. Offiziell zur Verbrechensbekämpfung. mehr