Stand: 03.08.2019 17:58 Uhr

Elbe: Schiffe müssen warten - Reparaturen laufen

Am Elbe-Stauwehr in Geesthacht musste Wasser abgelassen werden. Deshalb ruht der Schiffsverkehr in Scharnebeck.

Zwangspause für die Schifffahrt auf dem Elbe-Seiten- und dem Elbe-Lübeck-Kanal: Am Elbe-Stauwehr in Geesthacht in Schleswig-Holstein ist ein Damm unterspült worden. Eine Schleuse wurde geöffnet, um den Druck auf das Stauwehr zu reduzieren: "Wir haben Wasser kontrolliert abgelassen", sagte ein Mitarbeiter NDR.de. Der Pegelstand bei Hohnstorf sank daraufhin in der Nacht zu Sonnabend von 421 auf 382 Zentimeter. Das Schiffshebewerk in Scharnebeck (Landkreis Lüneburg) stellte den Betrieb ein. Am Sonnabend kam ein Krisenstab zusammen - anschließend wurden Schiffe und Material zur Reparatur geordert, wie Thilo Wachholz von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Hannover NDR.de sagte. Nun wird daran gearbeitet, die Löcher im Damm so effizient wie möglich zu verfüllen. Die Instandsetzung kann laut Wachholz mehrere Tage dauern.

Angriff auf Löcher von Wasser- und Landseite

Zuerst konnte laut Wachholz nur vom Wasser aus gearbeitet werden. Am Sonntag starte dann zusätzlich der "Angriff" vom Land aus. Für die Fahrzeuge werde eine Baustraße erstellt, Sandladungen seien bereits vor Ort. Gearbeitet werde unter anderem auch mit sogenannten Big Bags, großen Säcken, die mit Kies gefüllt werden. "Am Fuß dieses Dammes, nicht am ganzen Damm, gibt es eine Abspülung", erklärte Wachholz dem NDR Schleswig-Holstein. "Der Fuß dient der Standsicherheit, die ist jetzt gefährdet. Wir müssen den unteren Bereich mit sehr viel Material schnell absichern."

Schiffe stauen sich in Scharnebeck

Inzwischen steht die komplette Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens still. Zahlreiche Schiffe auf den Kanälen können vorerst nicht weiterfahren. In Scharnebeck bräuchte es einen Mindestwasserstand von vier Metern, um die Schiffe heben zu können. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, fehlen 25 Zentimeter. Und so staut es sich jetzt schon auf beiden Seiten des Kanals. Südlich sind es weit mehr als 20 Frachtschiffe, die ihre geplante Fahrt nach Hamburg nicht fortsetzen können. Deshalb werden sie jetzt auf die vorhandenen Liegeplätze zwischen Lüneburg und Uelzen verteilt. Wie lange sie dort parken müssen, ist unklar.

Karte: Offene Staustufe in Geesthacht: Elbpegel gesunken
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.08.2019 | 11:00 Uhr

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