Eine Krankenpflegerin der Intensivstation legt ihre Schutzkleidung an. © dpa Foto: Jens Büttner

UKE: Erste Besetzungsprobleme auf der Intensivstation

Stand: 20.12.2021 19:57 Uhr

Die Pflegekräfte auf den Intensivstationen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) machen offenbar ernst: Nach Informationen von NDR 90,3 weigern sich die Beschäftigten jetzt einzuspringen, wenn Kolleginnen oder Kollegen erkranken.

Schon am vergangenen Freitag, dem ersten Tag der Aktion, habe sich die Situation deutlich zugespitzt, berichten Pflegekräfte NDR 90,3. Auf einer der zwölf Intensivstationen habe eine Nachtschicht nur noch mit größter Not besetzt werden können. Am Wochenende habe es dann auf einer Station einen Personalschlüssel von eins zu fünf gegeben. Das bedeutet: Eine Pflegekraft musste sich um fünf Intensivpatienten kümmern. Eigentlich sollen es nur zwei Patienten oder Patientinnen sein.

Druck auf Klinikleitung soll erhöht werden

Bis zum Jahresende wollen die Pflegekräfte der Intensivstationen nicht mehr für kranke Kolleginnen und Kollegen einspringen. So wollen sie den Druck auf die Klinikleitung des UKE erhöhen, die Arbeitsbedingungen auf den Intensivstationen zu verbessern. Konkret fordern sie eine regelhafte und verbindliche Betreuung mit einem Personalschlüssel von eins zu zwei. Das UKE hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, dass es intensive Gespräche gebe, um die Situation zu verbessern. Am Mittwoch sollen weitere Gespräche folgen.

Auch die Wissenschaftsbehörde hatte sich zuletzt eingeschaltet. Sie hatte dem allgemeinen Fachkräftemangel die Schuld an der Situation gegeben.

Schritt zum Selbstschutz

Die UKE-Intensivpflegekräfte hatten einen Brief an die Klinikleitung geschrieben und angekündigt, auf den Intensivstationen nicht mehr für kranke Kolleginnen und Kollegen einspringen zu wollen. Wenn der UKE-Vorstand nicht handele, müssten sie sich eben selbst schützen, hieß es in dem Brief.


22.12.2021 20:48 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hatten wie die Formulierung "Dienst nach Vorschrift" missverständlich so verwendet, als wenn sie in dem Brief der UKE-Intensivpflegekräfte gestanden hätte. Dem ist nicht so. Wir haben die Formulierung jetzt ersetzt.

 

Weitere Informationen
Auf einer Intensivstation des UKE in Hamburg liegen Schutzhandschuhe, Desinkfetionsmittel und Schläuche eines Beatmungsgerätes auf einem Tisch. © picture alliance/dpa/dpa/Pool Foto: Axel Heimken

UKE: Pflegekräfte auf Intensivstationen wollen nicht mehr einspringen

"Wir brauchen eine Entlastung!": Intensivpflegekräfte des UKE in Hamburg sind nicht mehr bereit einzuspringen, wenn Kollegen krank werden. (15.12.2021) mehr

Hauptgebäude und Haupteingang des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz

Intensivpflegekräfte des UKE in Hamburg fühlen sich überlastet

Der Konflikt dreht sich um die Einhaltung der Personaluntergrenze. Jetzt gab es ein erstes Krisengespräch. (06.10.2021) mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.12.2021 | 06:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Coronavirus

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Blick auf die Schaugewächshäuser in Planten un Blomen in Hamburg. © Screenshot

Planten un Blomen: Wie geht es weiter mit den Tropenhäusern?

Seit Jahren sind die Schaugewächshäuser in dem Hamburger Park geschlossen. Dabei hatte der Bund Geld für die Sanierung zugesagt. mehr