Ein Schüler hält ein Tablet in der Hand, während er Hausaufgaben macht. © picture alliance Foto: Britta Pedersen

Corona treibt Digitalisierung an Hamburgs Schulen voran

Stand: 09.03.2021 18:50 Uhr

In der Corona-Krise hat die Digitalisierung der Hamburger Schulen erhebliche Fortschritte gemacht. Schulsenator Ties Rabe (SPD) stellte am Dienstag die Einzelheiten vor.

"Mittlerweile haben 347 von 367 staatlichen Schulen in allen oder in der großen Mehrzahl ihrer Schulgebäude WLAN", sagte Rabe bei der Landespressekonferenz am Dienstag. Das entspreche einer Quote von 95 Prozent. "Vor einem Jahr waren es gerade einmal 66 staatliche Schulen."

Neben dem Breitbandausbau komme auch die Hardware-Ausrüstung voran. So sollen zum Start des neuen Schuljahres alle 21.400 Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Erzieherinnen und Erzieher an Hamburgs staatlichen Schulen mit Dienst-Tablets oder Dienst-Laptops ausgestattet sein.

63.000 Endgeräte für Schülerinnen und Schüler angeschafft

Für Schülerinnen und Schüler, die über keine eigenen Endgeräte verfügten, habe die Behörde bereits 63.000 Geräte angeschafft. Außerdem stünden für die insgesamt 220.000 Schülerinnen und Schüler 35.553 Desktop-Computer zu Verfügung. Trotz aller Bemühungen sei man aber noch nicht am Ziel. "Wir können nicht in wenigen Monaten ein riesiges IT-System mit über 30.000 Beschäftigten, insgesamt 285.000 Anwenderinnen und Anwendern, über 1.000 Schulgebäuden und rund 2,7 Millionen Quadratmetern Schulraum auf das digitale Niveau eines Dax-Konzerns führen", so der Schulsenator.

Rabe: "Im Vergleich mit anderen sehr erfolgreich"

Hamburg habe weiter den Anspruch, "bei der Digitalisierung einen Spitzenpodestplatz unter den 16 Bundesländern einzunehmen". Dass Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich abschneidet, nimmt Rabe gelassen. "Wir können auch nur mit Wasser kochen und sind dabei im Vergleich mit anderen sehr erfolgreich." Allerdings - das räumte er ein - laufe es nicht an allen Schulen rund, einige seien offenbar mit der neuen Technik überfordert. Da solle jetzt individuell nachgesteuert werden.

Kritik aus der Bürgerschaft von CDU und Linke

Die Opposition in der Bürgerschaft hingegen übte Kritik. Rabe vergesse zu erwähnen, "dass es an Schulen mit niedrigem Sozialindex mehr Bedarfe an digitalen Endgeräten gibt als das von der Schulbehörde zugewiesene Budget aus dem Digitalpakt vorsieht", sagte die Schulexpertin der CDU-Fraktion, Birgit Stöver. Chancengerechtigkeit dürfe keine Worthülse bleiben.

Die Expertin der Linksfraktion, Sabine Boeddinghaus, nannte es nach einem Jahr Pandemie "eine trübe Bilanz, wenn unsere Schulen immer noch nicht zu 100 Prozent über ein hochleistungsfähiges WLAN verfügen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.03.2021 | 17:00 Uhr

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