Stand: 11.07.2020 07:13 Uhr

Corona bringt Hamburgs Hotels in Bedrängnis

Auf Hamburgs Hotellerie könnte gegen Ende des Jahres eine Pleitewelle zurollen. Das befürchtet jedenfalls der Chef des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Franz Klein. Mit der derzeitigen und absehbaren Auslastung lasse sich kaum ein Haus kostendeckend führen.

Kleinen Hotels droht die Pleite

Derzeit liege die durchschnittliche Auslastung bei 20 Prozent, so Klein zu NDR 90,3. Es müsste das Vierfache sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Da aber gleichzeitig Touristinnen und Touristen wie auch Geschäftsreisende fernblieben und so bald auch nicht wieder zu erwarten seien, werde diese Durststrecke andauern. "Kein Hotel ist zur Zeit in der Lage, seine Kosten zu decken," sagt Klein. Er befürchtet, dass vor allem viele kleine Privathotels in die Insolvenz rutschen werden – die großen Ketten sieht er bislang weniger in Gefahr.

Touristen bleiben weg

Wegen der großen Abhängigkeit der Hamburger Hotellerie von Touristinnen und Touristen – sie machen etwa zwei Drittel aller Übernachtungsgäste aus – sei es besonders dramatisch, dass etwa die Musicals, Festivals und Messen allenfalls in stark reduziertem Umfang und frühestens ab Herbst wieder anlaufen werden. Als grober Richtwert gilt, dass jedes Hotelzimmer etwa 1.000 Euro pro Monat einbringen muss, damit allein die Kosten für die Pacht des Gebäudes reinkommt – aktuell ein illusorischer Wert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.07.2020 | 08:00 Uhr

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