Um einen Stapel Euromünzen und Euroscheine schweben stilisierte Corona-Viren. © Colourbox Foto: Anterovium, Antonio Vale

Corona-Soforthilfe in Hamburg: Ärger wegen Rückzahlungen

Stand: 28.10.2021 09:56 Uhr

Die Hamburger Corona-Soforthilfe sollte Unternehmen im Lockdown schnell helfen. Das liegt bereits mehr als anderthalb Jahre zurück. Für viele Betroffene gibt es jetzt aber ein böses Erwachen.

Dass die Investitions- und Förderbank (IFB) die Überweisungen aus dem Frühjahr 2020 nachträglich prüft, sollte für die knapp 45.000 Betroffenen nicht überraschend kommen. Bisher wurden mehr als 11.000 Empfängerinnen und Empfänger der Corona-Soforthilfe aufgefordert, mindestens einen Teil des Geldes zurückzugeben - also rund ein Viertel aller Fälle.

Friseurmeisterin soll 12.000 Euro zurückzahlen

Im Fall von Friseurmeisterin Ann-Cathrin Wagner aus Bergedorf forderte Hamburg 100 Prozent der Corona-Hilfe zurück. Das sei ein Schock gewesen, sagte Wagner NDR 90,3. Immerhin musste sie ihr Geschäft damals von heute auf morgen schließen und hatte wochenlang keine Einnahmen. Auf der Online-Plattform für die Hilfen gab es damals technische Probleme. Der Antrag verzögerte sich.

Und genau das wird der Friseurmeisterin jetzt offenbar zum Verhängnis: Sie soll 12.000 Euro Corona-Soforthilfe komplett zurückzahlen. Wegen der Verzögerung wurde Wagner die finanzielle Hilfe erst für einen Zeitraum bewilligt, in dem Friseurinnen und Friseure teilweise schon wieder arbeiten konnten. Gegen die komplette Rückzahlung will sie sich wehren.

Finanzbehörde will Betroffenen mehr Zeit geben

Unterdessen zeigte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) im Gespräch mit NDR 90,3 Verständnis für den Ärger der Betroffenen. Er hatte bereits zugesagt, dass fällige Beträge bis April 2022 zinslos gestundet werden können. Dieser Zeitraum soll bis Ende kommenden Jahres verlängert werden. "Wir haben immer gesagt: Wen wir aus der Notlage gerettet haben, den wollen wir jetzt nicht in eine neue Notlage hineinbringen", so Dressel.

Dressel sagt intensive Prüfung von Einzelfällen zu

Dressel sagte außerdem zu, dass Einzelfälle, die sich ungerecht behandelt fühlen, auch weiter intensiv geprüft würden. Eine Änderung der Regeln im Nachhinein sei seiner Ansicht nach aber nicht möglich. Die Prüfung aller Hilfsanträge durch die IFB dauert noch an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.10.2021 | 14:00 Uhr

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