Blumenläden und Gartencenter: Westhagemann für Lockerung

Stand: 22.02.2021 13:11 Uhr

In Hamburg machen sich Blumenhandel und Gartencenter Hoffnung auf eine Lockdown-Lockerung. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) will sich im Senat dafür einsetzen.

Die Händlerinnen und Händler in Hamburg fühlen sich massiv benachteiligt: Wer das frühlingshafte Wetter am Wochenende dazu nutzen wollte, den eigenen Balkon oder Garten auf Vordermann zu bringen, der konnte sich in Niedersachsen versorgen. Dort haben die Gartencenter schon seit einer Woche auf. Schleswig-Holstein hat eine Öffnung zum 1. März angekündigt.

Westhagemann gegen "Wettbewerbsverzerrung"

Nach Informationen von NDR 90,3 ist das Thema im Hamburger Senat schon strittig diskutiert worden. Wirtschaftssenator Westhagemann will Wettbewerbsverzerrung verhindern. "Es ist natürlich sonst für viele unverständlich, dass gegebenenfalls unsere Hamburgerinnen und Hamburger in die Nachbarländer fahren."

Verschiedene Rosen in Kübel vor einem Blumengeschäft. © fotolia.com Foto: VRD

AUDIO: Hoffnung für Gartencenter und Blumenläden in Hamburg (1 Min)

Konkurrenz aus den Supermärkten darf verkaufen

Der Hamburger Landesverband Deutscher Floristen sieht sich bereits benachteiligt, weil Supermärkte Blumen verkaufen, während die Fachgeschäfte geschlossen sind. Ein weiteres Problem: In Hamburgs Blumenanbaugebieten in den Vier- und Marschlanden stünden die Gärtner vor einem riesigen Verlust, wenn sie ihre Ware nicht ausliefern können, sondern vernichten müssten.

Bislang nur Öffnung von Friseurgeschäften geplant

Hamburg plant bislang nur die von Bund und Ländern beschlossene Öffnung der Friseurgeschäfte zum 1. März. Weitere Lockerungen hat der Senat bisher abgelehnt wegen der unsicheren Lage mit Ausbreitung von Virus-Mutationen und angesichts der noch immer hohen Zahl an neuen Ansteckungen. Die Lockerungen in den Nachbarländern waren deshalb auf Unverständnis gestoßen.

CDU für norddeutsche Lösung

Die CDU forderte unterdessen eine norddeutsche Lösung und die Öffnung auch der Hamburger Blumenläden und Gartencenter. "So wird nicht nur die Mobilität innerhalb der Metropolregion reduziert, da die Hamburgerinnen und Hamburger Blumen und Pflanzen vor Ort einkaufen können, sondern es wird auch eine massive Wettbewerbsverzerrung verhindert", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Bürgerschaftsfraktion, Dennis Gladiator.

Wichtig sei die Öffnung auch, da Produzentinnen und Produzenten von Pflanzen und Blumen nicht von den Corona-Entschädigungsregelungen umfasst seien. "Es kann keine Lösung sein, den Verkauf verderblicher Waren zu verbieten und dann nicht einmal für die notwendige Entschädigung zu sorgen", so Gladiator.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.02.2021 | 06:00 Uhr

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