Ein Containerschiff liegt am HHLA-Terminal Burchardkai im Hamburger Hafen. © picture alliance/Bildagentur-online

Wird die Zukunft des Hamburger Hafens in Bremen entschieden?

Stand: 13.11.2020 07:53 Uhr

Die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit der Hafenkonzerne HHLA aus Hamburg und Eurogate aus Bremen sind mittlerweile in der entscheidenden Phase.

Am Ende könnte der mit Abstand größte deutsche Hafenkonzern im Containerbereich stehen: Die Konkurrenten Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Eurogate verhandeln seit Monaten hinter verschlossenen Türen über eine Kooperation. Aber jetzt verdichten sich die Hinweise, dass es an vielen Stellen hakt. Nach Informationen von NDR 90,3 geht es unter anderem darum, ob eines der beiden Unternehmen künftig mehr Befugnisse bekommt, mehr Anteile bei einem Zusammenschluss erhält.

Wo soll die Unternehmenszentrale hin?

Strittig auch die Frage, wo die Unternehmenszentrale sitzt - in Hamburg oder in Bremen? Die größere HHLA sieht sich im Vorteil, schreibt sie doch auch während der Corona-Pandemie schwarze Zahlen, Eurogate macht an den Standorten Hamburg und Bremerhaven dagegen Verluste. Laut "Hamburger Abendblatt" hat sich Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Donnerstag mit Bremer Senatsvertreterinnen und -vertretern getroffen, Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) war wegen seiner Corona-Quarantäne per Video zugeschaltet. Zu Inhalten des Treffens schweigen die Regierungsvertreter.

HHLA-Spitze fehlt

Pikant dabei allerdings: Vertretende des Bremer Hafenbetreibers BLG, dem die Hälfte an Eurogate gehört, saßen mit am Tisch, die HHLA-Spitze dagegen nicht. Der Stadt Hamburg gehört die Mehrheit an der HHLA, bei der BLG hat dagegen Bremen die meisten Anteile.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.11.2020 | 08:00 Uhr

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