Stand: 12.06.2019 13:50 Uhr

Vulkansteine speichern grünen Strom im Hafen

Der neue Energiespeicher steht in Hamburg-Altenwerder.

"Welcome to the new stone age - Willkommen im neuen Steinzeitalter" steht in großen Buchstaben auf einem bunkerähnlichen Bau mitten im Hamburger Hafen: Es handelt sich um einen weltweit einmaligen Energiespeicher, der dort am Mittwoch in Betrieb gegangen ist. Dort soll nicht benötigter Strom aus erneuerbaren Quellen bis zu eine Woche gespeichert werden.

Vulkangestein gegen "Dunkelflaute"

Der Bunker ist das Herz des Elektrothermischen Energiespeichers (ETES). Er sei gefüllt mit 1.000 Tonnen Vulkangestein, sagte Markus Tacke, Chef des Windanlagenbauers Siemens Gamesa: "Wenn über einen längeren Zeitrum der Wind nicht ausreichend weht und die Sonne nicht ausreichend scheint, braucht man Speicher wie ETES, um eine sogenannte Dunkelflaute zu überbrücken."

Mit überflüssigem Strom werden dort die Vulkansteine bis auf 800 Grad aufgeheizt. Wird Strom wieder benötigt, treibt Dampf mithilfe der Hitze dann Turbinen an. Energie kann so bis zu 20 Mal günstiger gespeichert werden als in Batterien.

Ein Tag Energie für 12.000 Haushalte

Die Kapazität des Speichers reicht aus, um rund 12.000 Haushalte einen Tag lang zu versorgen. Besonders für Norddeutschland sei das wichtig, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Mittwoch. Denn hier werde bereits jetzt 80 Prozent des Stroms über Windräder und Solaranlagen erzeugt - aber eben nicht immer zur richtigen Zeit. Der Speicher sei "eine genial einfache und kluge Idee, um die Energiewende im Norden voranzubringen". Der Klimawandel könne mit Speichern wie diesem gestoppt werden.

Ingesamt hat Siemens Gamesa - mit Unterstützung der Stadt und vom Bund - mehr als 20 Millionen Euro in die Anlage investiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.06.2019 | 13:00 Uhr

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