Stand: 26.02.2019 07:59 Uhr

Umfrage: Rot-Grün in Hamburg weiter vorn

In etwa einem Jahr wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Wäre diese Wahl bereits am kommenden Sonntag, müssten die regierenden Sozialdemokraten deutliche Verluste hinnehmen. Die SPD könnte nur noch mit einem Stimmenanteil von 31 Prozent rechnen, wie eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal ergab. Die SPD verliert damit im Vergleich zur Bürgerschaftswahl vor vier Jahren 14,6 Prozentpunkte, was rund einem Drittel entspricht.

Umfrage: Rot-Grün hält die Mehrheit

Rot-Grün verfügt weiter über klare Mehrheit

Trotz der starken Einbußen der SPD könnte die rot-grüne Regierungskoalition aber eine klare Mehrheit halten, allein das Kräfteverhältnis der beiden Partner verschöbe sich. Gemeinsam kämen SPD und Grüne auf 53 Prozent. Denn die Grünen sind dagegen im Höhenflug und könnten mit satten 22 Prozent der Wählerstimmen rechnen. Das wären im Vergleich zur letzten Bürgerschaftswahl 9,7 Prozentpunkte mehr.

Leichte Gewinne bei anderen Parteien

Wenig Veränderungen zeichnen sich laut der Umfrage, für die in der vergangenen Woche 1.005 Wahlberechtigte in Hamburg ab 16 Jahren befragt wurden, bei CDU, FDP, den Linken und der AfD ab. Alle können leicht zulegen. Die CDU stagniert bei 17 Prozent (2015: 15,9) und ist damit nur noch drittstärkste Kraft hinter SPD und Grünen. Die Linke kommt auf 10 (2015: 8,5), die FDP auf 8 (2015: 7,4) und die AfD ebenfalls auf 8 Prozent (2015: 6,1).

Das Wappen Hamburgs auf einer Fahne am Rathaus.

Umfrage: Rot-Grün weiter vorn

Hamburg Journal -

Wären am Sonntag Bürgerschaftswahlen müsste die regierende SPD mit deutlich weniger Stimmen rechnen. Die Grünen wären die Gewinner und damit behielte Rot-Grün die Mehrheit.

2,77 bei 22 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Sonntagsfrage zeigt Tendenz

Die sogenannte Sonntagsfrage misst die Wahlneigungen zu einem bestimmten Zeitpunkt und nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Sie zeigt gewissermaßen einen Zwischenstand auf dem Weg zur Wahl. Rückschlüsse auf den Ausgang der Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 sind nur bedingt möglich, denn viele Wähler legen sich erst kurz vor der Wahl fest.

Gut die Hälfte mit Arbeit des Senats zufrieden

54 Prozent der Hamburger sind der Umfrage zufolge mit der Arbeit des Senats zufrieden. Allerdings ist der Wert um sieben Prozentpunkte gesunken, im Vergleich zur letzten Umfrage im April 2016. Damit bewegt sich der Hamburger Senat im deutschlandweiten Popularitätsvergleich der Landesregierungen gegenwärtig nur im Mittelfeld. Unzufrieden mit der Arbeit des Senats sind 41 Prozent.

Gemischte Reaktionen

Bild vergrößern
"Wir liegen weit über dem Bundestrend und über weiteren Umfragewerten im Bundesgebiet", sagte SPD-Parteichefin Melanie Leonhard.

"Es freut uns, dass wir weiterhin klar stärkste Kraft in Hamburg sind", sagte Hamburgs SPD-Chefin Melanie Leonhard dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen zu dem Ergebnis. Man liege damit weit über dem Bundestrend. Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank von den Grünen nannte es ermutigend, dass die "Hamburgerinnen und Hamburger darüber nachdenken, den Grünen mehr Verantwortung zu geben."

CDU will Aufholjagd

CDU-Fraktionschef André Trepoll sagte, man habe noch ein Jahr Zeit für die Aufholjagd. Man werde mit einer guten Programmatik in die Bürgerschaftswahl gehen. Cansu Özdemir von den Linken nannte es eine Verpflichtung, noch mal "eine Schippe draufzulegen" und den Kampf für günstigeren Wohnraum und gegen soziale Spaltung in der Stadt zu verstärken.

Die Umfragewerte würden zeigen, dass "Rot-Grün nicht mehr in Stein gemeißelt ist", sagte FDP-Fraktionschefin Anna Treuenfels-Frowein. Alexander Wolf von der AfD meinte zu den Zahlen seiner Partei: "Wir sind nicht mehr aus der Hamburgischen Politik wegzudenken." Es gebe aber noch etwas Luft nach oben.

Weitere Informationen
02:47
NDR 90,3

Darum geht's: Hamburgische Bürgerschaft

NDR 90,3

Was genau sind die Aufgaben der Hamburgischen Bürgerschaft? Wie arbeiten sie und ihre Abgeordneten? Und was genau sind die sogenannten Fachausschüsse? Video (02:47 min)

Als die Hamburger endlich wieder wählen durften

Vor genau 70 Jahren beginnt eine neue Ära für Hamburg: In einer weitgehend zerstörten Stadt stimmt die Bevölkerung am 13. Oktober 1946 über die erste Bürgerschaft nach Kriegsende ab. mehr

1919: Erstmals dürfen alle Hamburger wählen

Wohlhabende Männer bestimmten über Jahrhunderte Hamburgs Politik. Das hat am 16. März 1919 ein Ende: Erstmals wählen alle Männer und auch Frauen die Bürgerschaft. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.02.2019 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:30
Hamburg Journal
02:36
Hamburg Journal
02:18
Hamburg Journal