Stand: 08.02.2019 20:11 Uhr

U5: Beginn der Bürgerbeteiligung im UKE

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So könnte das Hochbahn-Streckennetz mit der U5 (blau) später aussehen.

Hamburgs neue U-Bahn-Linie 5 kommt einen wichtigen Schritt voran: Die öffentliche Bürgerbeteiligung hat begonnen. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) informiert die Hochbahn bis Sonnabend über den geplanten Streckenverlauf. Es ist der Auftakt zu mehreren weiteren öffentlichen Beteiligungsterminen. Die neue Linie soll die weiter draußen liegenden Stadtteile im Osten und Westen Hamburgs an die Innenstadt anschließen und letztlich von Bramfeld bis in den Hamburger Westen führen.

Bürger sollen sich zu vielen Fragen äußern

Viele Fragen lässt die Hamburger Hochbahn von den Bürgern beantworten: Wo genau sollen die Haltestellen liegen? Muss der Jungfernstieg angefahren werden? Und wie sollen die Tunnelausgänge aussehen? Die sind am Freitag zu Hunderten ins UKE-Hauptgebäude geströmt, um mit 3-D-Brillen oder tragbaren Bildschirmen plastische Visualisierungen zu bestaunen.

"Für uns war die Initialzündung, so früh wie möglich die Bürger einzubeziehen", sagte Hochbahn-Chef Henrik Falk. Denn es gebe bei anderen Projekten oft den Vorwurf, dass alles bereits entscheiden sei und es nur um die Farbe der Kacheln gehe. Das soll hier anders sein.

Station 400 Meter vom UKE entfernt?

Unklar ist zum Beispiel der Standort der Haltestelle für das UKE. Noch ist sie 400 Meter entfernt von der Klinik in der Gärtnerstraße geplant. Der Ärztliche Direktor des UKE, Burkhard Göke, kann sich eine nähere Station vorstellen: "Mittlerweile haben wir 11.000 Menschen, die im UKE beschäftigt sind. Und die wollen alle morgens sicher anreisen und nach getaner Arbeit sicher wieder nach Hause reisen." Auch 500.000 Patienten müssten dann nicht mehr mit dem Bus anreisen.

Bürger sollen sich beteiligen

Die neue Linie soll die weiter draußen liegenden Stadtteile im Osten und Westen Hamburgs an die Innenstadt anschließen und letztlich von Bramfeld bis in den Hamburger Westen führen. Im mittleren Teil soll sie von der City Nord östlich der Alster bis zum Hauptbahnhof über Universität und UKE bis zum Siemersplatz und später auch darüber hinaus führen. Eine Machbarkeitsstudie sieht verschiedene Streckenvarianten mit einer Trassenlänge zwischen 13 und 17 Kilometern vor, an der 14 bis 17 Stationen entstehen sollen.

Zehntausende werden an U-Bahn angeschlossen

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Mitreden erlaubt: Der Stand der U-Bahn-Planungen

Mit der Online-Plattform schneller-durch-hamburg.de bietet die Hochbahn Informationen und Hintergründe rund um den U-Bahn-Netzausbau. Bürger können sich an den Planungen beteiligen. extern

150.000 Hamburger werden mit der neuen U5 erstmals fußläufig an eine U-Bahnstrecke angebunden. Profitieren können unter anderem 30.000 Menschen, die in der City Nord arbeiten, 15.000 am UKE und bei Beiersdorf sowie die 43.000 Studenten, die eine Haltestelle am Grindel bekommen. Bürgermeister Tschentscher wählte deshalb große Worte: "Die U5 ist ein Jahrhundertprojekt, eines der größten Bauprojekte, das die Stadt in den nächsten Jahren sehen wird."

Die U5 soll Hamburgs modernste U-Bahn mit einem festen 90-Sekunden-Fahrtakt werden. Fertig wird der Abschnitt zwischen City Nord und Stellingen wohl Mitte der 2030er-Jahre.

Stephansplatz statt Jungfernstieg

Für Erstaunen sorgt, dass die U5 Hamburgs größten U-Bahnhof Jungfernstieg wohl nicht anfahren soll. Hochbahn-Vorstand Jens Günter Lang sagte dazu: "Wir haben die Situation, dass eine Anbindung des Jungfernstiegs sehr sehr lange Fußwege zwischen der U5 und der U1, U2 und U4 am Jungfernstieg bedeuten würde. Denn diese Haltestelle würde mitten in der Binnenalster liegen." Die U5 soll stattdessen mit der U1 am Stephansplatz zusammenkommen - und mit der U2 und U4 am Hauptbahnhof. Dort gibt es seit 40 Jahren zwei ungenutzte U-Bahn-Stationen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.02.2019 | 15:00 Uhr

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