Stand: 15.01.2019 18:10 Uhr

Rekord für verspätete Abendflüge in Hamburg

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Am Airport gilt ein Nachtflugverbot zwischen 23 und 6 Uhr, nur bei "nachweislich unvermeidbaren Verspätungen" gibt es Ausnahmen.

Die Zahl der verspätet ankommenden Flüge nach 23 Uhr am Hamburger Flughafen hat 2018 den Vorjahresrekord gebrochen. Auch die Beschwerden legten deutlich zu.

13 Prozent mehr verspätete Flüge

Nach Angaben der Umweltbehörde vom Dienstag gab es im vergangenen Jahr 1.174 verspätete Flüge, die von einer Ausnahmeregel Gebrauch machten - ein Plus von rund 13 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. "Das ist eine Entwicklung, die nicht hinnehmbar ist", sagte Umweltsenator Jens Kerstan. Die bisherigen Maßnahmen von Flughafen und Airlines hätten noch nicht gegriffen. Kerstan appelliert an die Fluggesellschaften, ihren Beitrag zu leisten, damit die Nachtruhe besser eingehalten wird. Am Airport gilt ein Nachtflugverbot zwischen 23 und 6 Uhr, nur bei "nachweislich unvermeidbaren Verspätungen" dürfen einzelne Flüge bis Mitternacht abgewickelt werden.

NDR Moderator Stephan Heller steht neben dem Bild eines Blindgängers © NDR

Darum geht's: Nachtflugbeschränkungen

NDR 90,3 -

In der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens gelten am Hamburger Flughafen Nachtflugbeschränkungen. Aber warum überhaupt? Und starten und landen nach 23 Uhr hier dann keine Flieger?

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Manfred Braasch von der Umweltschutzorganisation BUND fordert eine Debatte über die Wachstumsgrenzen des Flughafens. Die zahlreichen Pläne von Senat und Bürgerschaft hätten nichts gebracht. Das sieht der Flughafen anders: Nach dessen Statistik gehen Verspätungen seit dem Sommer deutlich zurück. Im November und Dezember lag die Zahl demnach unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Mehrere Airlines haben laut Flughafenchef Michael Eggenschwiler späte Flüge im Flugplan vorgezogen.

167.000 Beschwerden eingegangen

Die Zahl der Beschwerden über Fluglärm steigt dennoch stark - und zwar um mehr als die Hälfte. Rund 167.000 Beschwerden gingen demnach bei der Umweltbehörde ein. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die namentlich eine Beschwerde eingelegt haben, nahezu konstant. Drei Viertel meldeten sich ohne Namen und Wohnort, was aber Pflicht wäre für eine ordnungsgemäße Beschwerde. Laut Flughafen liegt der Verdacht nahe, dass hier Computer die Meldungen abgesetzt haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.01.2019 | 19:00 Uhr

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