Stand: 13.01.2018 11:39 Uhr

Nur 600 Prostituierte melden sich in Hamburg an

Seit Juli 2017 gilt das neue Prostituiertenschutzgesetz. Danach müssen Prostituierte ihre Tätigkeit anmelden und sich gesundheitlich beraten lassen. Bisher haben sich nur knapp 600 Prostituierte bei der Hamburger Sozialbehörde gemeldet. Das Gesetz ist umstritten.

Eine Frau lehnt sich durch das Beifahrerfenster eines Autos.

Nur jede zehnte Prostituierte meldet sich an

Hamburg Journal -

Nach einem neuen Gesetz müssen Prostituierte ihre Tätigkeit anmelden und sich gesundheitlich beraten lassen. In Hamburg kommt die Umsetzung nur langsam voran.

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Ob Straßenstrich oder Domina

Die Anmeldepflicht gilt für alle Prostituierten, ob sie nun auf dem Straßenstrich oder als Domina arbeiten. Doch die Umsetzung kommt nur schleppend in Gang - nicht nur in Hamburg. Denn bundeseinheitliche Regelungen - zum Beispiel dazu, wie der sogenannte Hurenpass aussehen soll - wurden erst kurz vor Inkrafttreten des Gesetzes getroffen.

Vorläufig keine Bußgelder

Erst seit Ende Oktober können sich Huren in Hamburg anmelden, derzeit noch zu eingeschränkten Zeiten, weil beispielsweise Stellen in der Behörde noch nicht besetzt sind. Deshalb will die Stadt vorläufig auch noch keine Bußgelder verhängen.

Tausende Prostituierte in Hamburg

130 Ausweise hat die Sozialbehörde nach eigenen Angaben bisher ausgegeben und 450 Gespräche vereinbart. Dabei sind der Polizei in Hamburg 2.200 Prostituierte bekannt. Die Dunkelziffer ist laut Sozialbehörde aber mindestens doppelt so hoch und liegt Schätzungen zufolge bei 4.000 bis 6.000 Prostituierten.

Reeperbahn in Hamburg bei Nacht  Fotograf: Carolin Fromm

Bislang nur 600 Prostituierte in Hamburg gemeldet

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Seit dem 1. Juli 2017 müssen Prostituierte ihre Arbeit anmelden. In Hamburg haben das bisher nur knapp 600 Prostituierte getan - von geschätzten bis zu 6.000. Das Gesetz sorgt für Kritik.

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Freier müssen Kondome tragen

Neue Regelungen gibt es auch für Prostitutionsbetriebe. Freier müssen künftig Kondome tragen. Und Betreiber von Bordellen, Modellwohnungen sowie Saunaclubs sind verpflichtet, ihren Betrieb anzumelden.

Gesetz sorgt für Kritik

Doch das Prostituiertenschutzgesetz ist umstritten - viele Prostituierte fühlen sich "zwangsgeoutet". Beratungsstellen befürchteten, dass Prostituierte nicht geschützt, sondern sogar leichter in die Illegalität gedrängt würden. Gegen die Registrierungspflicht hatte es deshalb viele Proteste gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.01.2018 | 12:00 Uhr

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