Michael Kruse ist neuer Landesvorsitzender der Hamburger FDP

Stand: 25.04.2021 20:26 Uhr

Katja Suding hatte ihren Rückzug vergangenes Jahr angekündigt, am Sonntag verabschiedete sie sich unter Tränen. Der neue Landesvorsitzende der FDP heißt Michael Kruse.

"Ich gehe, weil ich noch andere Pläne für mein Leben habe", sagte die 45-Jährige bei dem weitgehend online abgehaltenen Parteitag. In 14 Jahren FDP habe sie die "tiefsten menschlichen Abgründe", aber auch grandiose Momente und tiefe Freundschaften erlebt. "Ich gehe im Reinen mit mir und der Partei."

Nach sieben Jahren an der Spitze der Elbliberalen zog sie eine positive Bilanz, trotz des knappen Ausscheidens aus der Bürgerschaft im vergangenen Jahr. "Der Landesvorstand steht gut da, die Finanzen sind in Ordnung", sagte Suding, die dem hybriden Parteitag zugeschaltet wurde. "Wir haben so viele Mitglieder wie seit über 26 Jahren nicht mehr." Derzeit seien es mehr als 1.600 - Tendenz steigend. Die stellvertretende Bundesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete hatte bereits im September angekündigt, aus der aktiven Politik ausscheiden zu wollen.

Michael Kruse beerbt Kaja Suding

Am Sonntag nun hat die Hamburger FDP Sudings Nachfolger gewählt: In einer Kampfabstimmung setzte sich Micheal Kruse mit einer absoluten Mehrheit gegen Daniel Oetzel durch. Für Kruse, den 37 Jahre alten früheren Co-Fraktionsvorsitzenden in der Bürgerschaft, stimmten 207 Mitglieder. 127 votierten für den früheren Bürgerschaftsabgeordneten Oetzel. Darüber hinaus gab es in dem Wahlgang drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Die Abstimmung muss noch durch eine Briefwahl bestätigt werden. Das Ergebnis soll am 9. Mai vorliegen. Der Bundestagsabgeordnete Wieland Schinnenburg hatte seine Kandidatur zurückgezogen.

Wirtschaft, Bildung, Verkehr, Stadtentwicklung

Ein wichtiges Ziel der FDP: In vier Jahre müsse die Partei wieder als Fraktion in die Bürgerschaft einziehen. "Wirtschaft, Bildung, Verkehr, Stadtentwicklung das sind die vier großen Bereiche, in denen liberale Antworten in dieser Stadt gar nicht laut genug vorgetragen werden können", sagte Kruse dazu.

Kruse auch Spitzenkandidat für Bundestagswahl

Am Sonnabend hatte er sich bereits als Spitzenkandidat der Hamburger FDP für die Bundestagswahl durchgesetzt. Neben ihm hatten sich der Bundestagsabgeordnete Wieland Schinnenburg, die ehemalige Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (Juli), Ria Schröder sowie Juli-Landeschef Carl Cevin-Key Coste beworben.

"Der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen"

Im NDR Hamburg Journal sagte Kruse am Sonntagabend, seine Partei wolle wieder mit zwei Hamburger Abgeordneten in den Bundestag einziehen. In Hamburg hofft er auf Synergien aus seinem Bundestagsmandat und dem Landesvorsitz. Als studierter Volkswirt ging er hier noch einmal auf die Wirtschaft ein - und ihre Situation in der aktuellen Corona-Pandemie. Vielen Menschen, kleinen Unternehmen und Solo-Selbständigen gehe es aktuell sehr schlecht, vor allem in der Gastronomie, Hotellerie und im Tourismus. Dies seien Branchen, die in der Hansestadt grundsätzlich stark seien. Seine Partei wolle, dass sie auch schnell wieder erholen. Es gehe jetzt darum, diesen Unternehmen durch die Krise zu helfen, zum einen durch Direkthilfen. Aber sie müssten auch schnell wieder arbeiten können, um zügig wieder auf eigenen Beinen zu stehen, so Kruse weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.04.2021 | 15:00 Uhr

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