Stand: 15.12.2017 15:43 Uhr

Immer mehr verspätete Flüge in Hamburg

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Mehr als 1.000 Flugzeuge sind bisher in diesem Jahr in Hamburg nach 23 Uhr gestartet oder gelandet.

Am Hamburger Flughafen hat die Zahl der verspäteten Flüge eine neuen Rekord erreicht. Erstmals seit zehn Jahren ist inzwischen die Marke von 1.000 Maschinen überschritten, die nach 23 Uhr gestartet oder gelandet sind. Fast 90.000 Beschwerden sind seit Jahresbeginn bei der Fluglärmschutzbeauftragten eingegangen - gut die Hälfte stammt aus Hamburg, der Rest aus dem Umland, beispielsweise aus Ahrensburg oder Bargteheide in Schleswig-Holstein. Die zuständige Umweltbehörde geht jetzt verschärft gegen Airlines vor, die regelmäßig zu spät kommen. Sie hat in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben bereits 40 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler sagte im Gespräch mit NDR 90,3, dass nun mehrere Airlines Flüge früher einplanen als in den vergangenen Jahren, um bei Verspätungen nicht außerhalb der regulären Betriebszeit starten oder landen zu müssen: "Das ist ein positives Zeichen das jetzt eine Lufthansa und andere gesetzt haben - und so auch ihrer Verantwortung gegenüber unseren Nachbarn nachkommen."

Flughafen lehnt verkürzte Betriebszeit ab

Eine verkürzte Betriebszeit - wie sie Umweltschützer und zuletzt auch die Fluglärmschutzkommission gefordert haben - lehnt der Flughafen ab. Werde der Flugplan verkürzt, dann drohen dem Airport den Angaben zufolge Umsatzeinbussen von rund 20 Millionen Euro im Jahr. Als Antwort auf eine kleine Anfrage aus der FDP-Fraktion schreibt der Senat zudem, dass in diesem Fall etwa 200 Arbeitsplätze wegfallen würden - allein am Flughafen selbst.

FDP-Fraktionschef Michael Kruse sagte, in der bisherigen Debatte seien die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen eines starken Flughafens kaum berücksichtigt worden. Der rot-grüne Senat müsse sich allerdings intensiver als bisher für die Einhaltung der bestehenden Betriebszeiten einsetzen. Auch Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, mahnte einen fairen Interessenausgleich an. "Das rot-grüne Herumeiern und Blockieren hat bisher keine Erfolge in der Bekämpfung des steigenden Fluglärms gebracht", so Thering.

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Die Fluglärmschutzkommission ist mit ihrem Vorschlag gescheitert, das Nachtlandeverbot in Hamburg um 30 Minuten zu verlängern. Die Wirtschaftsbehörde lehnte den Vorstoß ab. (04.12.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.12.2017 | 18:00 Uhr

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