Stand: 09.08.2019 16:30 Uhr

Hamburger Theaterchef darf nicht in die Türkei

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Mahmut Canbay stammt aus Kurdistan, lebt aber seit 30 Jahren in Deutschland.

Nach seiner vorübergehenden Festnahme bei der Einreise in die Türkei ist Mahmut Canbay am Freitag nach Hamburg zurückgekehrt. Der Intendant des Mut! Theaters in der Hansestadt sagte im NDR Interview, er sei am Donnerstag am Flughafen von Izmir acht Stunden lang von wechselnden Gruppen verhört worden. Man habe ihm ein Einreiseverbot erteilt mit dem Vermerk "aus Gründen der öffentlichen Sicherheit", ein entsprechendes Dokument ausgehändigt und dann in ein Flugzeug nach Köln gesetzt. Erst am Flughafen in Deutschland habe man ihm seinen Pass wieder ausgehändigt.

Canbay ist kurdischer Abstammung, besitzt aber die deutsche Staatsangehörigkeit und lebt seit 30 Jahren in der Bundesrepublik. Der Theatermacher wollte mit einer Jugendgruppe an einem Schauspielfestival in Izmir im Westen der Türkei teilnehmen. Bei früheren Gelegenheiten habe er keine Probleme bei der Einreise gehabt, so Canbay.

Erdogan-Karikatur beschäftigt Sicherheitskräfte

Eine türkische Flagge weht im Wind. © picture alliance Foto: Winfried Rothermel

Türkei verhindert Einreise von Mahmut Canbay

NDR Info - Nachrichten -

Mahmut Canbay, Chef eines Hamburger Theaters, ist laut eigener Aussage die Einreise in die Türkei verwehrt worden - "aus Gründen der öffentlichen Sicherheit".

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Nach seiner vorübergehenden Festnahme sei ihm ein Anwalt verweigert worden, so Canbay. Die Sicherheitsleute hätten ihm erklärt, dass sie mit ihm als Terrorverdächtigen alles machen dürften, ihn geschubst - und ihm auf diese Weise Angst eingeflößt. Sie hätten ihn daraufhin zu allem Möglichen befragt, unter anderem zum Krieg in Syrien. Canbay habe sich auf den Boden legen müssen, ihm sei auch das Handy abgenommen worden, das er dann entsperren musste. Mails, Kontakte und Chats seien überprüft worden.

Unter anderem sei er auch zu einer Karikatur des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan befragt worden, die ihm ein Bekannter per WhatsApp zugeschickt hatte. Auf dem Bild wird Erdogan als Diktator dargestellt. Dies sei eine Beleidigung des Präsidenten, habe man ihm gesagt. Als er geantwortet habe, dass dies nicht von ihm sei, sondern er die Karikatur nur zugeschickt bekommen habe, habe man ihn gefragt, warum er sie nicht gelöscht habe.

Kultursenator Brosda: "Canbays Festnahme ist inakzeptabel"

Canbays Mut! Theater ist eine interkulturelle Einrichtung im Hamburger Schanzenviertel. Sie wird von der Kulturbehörde der Hansestadt und dem Bezirksamt Eimsbüttel gefördert. Kultursentaor Carsten Brosda (SPD) sagte, Canbay leiste mit seinem Theater hervorragende Arbeit. Seine Festnahme sei inakzeptabel. Sie zeige erneut, dass wir für die Freiheit der Kunst und der Meinungsäußerung einstehen müssten.

Laut "Hamburger Morgenpost" sieht Canbay allein politische Motive hinter der Aktion. Er habe sich zuletzt immer wieder kritisch gegenüber Erdogan geäußert.

Bereits Ende Juli war ein deutscher Staatsbürger bei seiner Einreise in die Türkei festgenommen worden. Dem 36-jährigen Osman B. wird nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" Terrorpropaganda auf Facebook vorgeworfen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 09.08.2019 | 16:05 Uhr

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