Stand: 22.09.2020 20:52 Uhr

Fehmarnbelttunnel: Enteignungen für Bahntrassen in Hamburg?

Gunther Bonz im Interview im Hamburg Journal.
Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, spricht von 50 möglichen Enteignungen.

In Leipzig wird derzeit vor dem Bundesverwaltungsgericht über den umstrittenen Fehmarnbelttunnel verhandelt. Unter anderem haben Umweltschutzverbände gegen das Projekt geklagt. Der geplante 18 Kilometer lange Eisenbahn- und Straßentunnel soll einmal im Anschluss an die A1 Schleswig-Holstein und Dänemark verbinden - er wäre einer der längsten Tunnel der Welt - und auch für Hamburg von wirtschaftlicher Bedeutung.

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, forderte, den Tunnel möglichst schnell zu bauen. Im Hamburg Journal des NDR Fernsehens sagte Bonz am Dienstagabend, er gehe davon aus, dass es für die Hinterlandanbindung des Schienenverkehrs auf Hamburger Stadtgebiet zu Enteignungen kommen kann.

VIDEO: Bahntrasse: Reaktionen zur drohenden Enteignung (3 Min)

Mehr als 50 Enteignungen?

Auf der Strecke Hamburg-Lübeck läuft der Schienenverkehr bisher einspurig je Richtung. Zukünftig müssten aber durchgehend zwei Trassen je Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Die Eisenbahnstrecke verläuft im Osten Hamburgs überwiegend durch dichtbesiedeltes Stadtgebiet. Mehr als 50 Grundstückseigentümer würden für den Ausbau zumindest teilweise enteignet werden, meinte Bonz. Dieses sei der Öffentlichkeit zuvor noch nicht bekannt gewesen.

Weitere Informationen
Die Richter am Verwaltungsgericht in Leipzig
4 Min

Wie wichtig ist der Fehmarnbelttunnel für Hamburg?

In Leipzig haben die Verhandlung zum umstrittenen Fehmarnbelttunnel begonnen. Welche Bedeutung hat dieser für Hamburg? Fragen an Gunther Bonz, Chef des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg. 4 Min

Das Bild zeigt ein Modell der Einfahrt in den geplanten Fehmarnbelttunnel. © Femern A/S

Streit über Fehmarnbelt-Querung: Was Sie wissen müssen

Der geplante Fehmarnbelttunnel bleibt hoch umstritten. Nun muss das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden. NDR Schleswig-Holstein beantwortet wichtige Fragen zum Milliardenprojekt. mehr

Der 9. Senat des Bundesverwaltungsgerichts kommt unter dem Vorsitzenden Richter Wolfgang Bier (M) und Ulrike Bick (l-r), stellv. Vorsitzende, Richter Martin Steinkühler, Richter Gunther Dietrich und Richter Peter Martini zum Beginn der Verhandlung über Klagen gegen den umstrittenen Fehmarnbelttunnel. © dpa-Bildfunk Foto: Jan Woitas

Milliardenprojekt Fehmarnbelttunnel: Leipzig entscheidet

Eines der größten Infrastrukturprojekte in Europa steht vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dem juristischen Prüfstand. Die Leipziger Richter verhandeln seit Dienstag Klagen gegen den Fehmarnbelttunnel. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 22.09.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Daniel Kaiser © NDR

Kommentar: Neue Corona-Regeln sind ohne Augenmaß

Die neuen bundesweiten Corona-Maßnahmen treffen die Falschen, meint Daniel Kaiser in seinem Kommentar. mehr

Das Haus der Gerichte in Hamburg. © NDR Foto: Heiko Block

Klage gegen Sperrstunde: Barbetreiber bekommt recht

Das Verwaltungsgericht entschied: Im Fall eines Lokalwirts sei die Sperrstunde eine unverhältnismäßige Einschränkung. mehr

Alexander Wolf (AfD) spricht in der Hamburger Bürgerschaft

Verfassungsschutz befasst sich mit AfD-Äußerungen

AfD-Politiker Alexander Wolf hatte den Infektionsschutz mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis verglichen. mehr

Michael Westhagemann und Michael Eggenschwiler fahren mit einem wasserstoffbetriebenen Gepäckschlepper auf dem Hamburger Flughafen. © dpa

Hamburg: Wasserstoff-Pflicht für Hafen-Lkw?

Hamburgs Wirtschaftssenator Westhagemann macht sich weiter für Wasserstoff-Energie in der Hafen-Logistik stark. mehr