Stand: 22.06.2020 18:13 Uhr  - NDR 90,3

Elbchaussee-Randale: Staatsanwalt fordert Haftstrafen

Im Prozess um die Ausschreitungen auf der Elbchaussee beim G20-Gipfel vor drei Jahren hat der Staatsanwalt am Montag Gefängnisstrafen für die fünf Angeklagten verlangt. Die beiden damals noch Jugendlichen sollen eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren bekommen, die drei Erwachsenen für drei Jahre, beziehungsweise für vier Jahre und neun Monate.

G20-Prozess: Die Vorwürfe der Staatsanwalts

NDR 90,3 -

War es eine Demonstration oder reine Zerstörungswut? Gerichtsreporterin Elke Spanner berichtet über das Plädoyer des Staatsanwalts im Prozess gegen fünf mutmaßliche Gewalttäter.

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Staatsanwaltschaft: Schaden von einer Million Euro

Die vier Männer im Alter zwischen 19 bis 26 Jahren aus Hessen und ein 24-Jähriger aus Frankreich sollen unter den rund 220 schwarz Vermummten gewesen sein, die am Morgen des 7. Juli 2017 Autos und Gebäude anzündeten, zahlreiche Scheiben einschlugen und Häuser mit Farbe beschmierten. Bei den fast 100 Einzeltaten entstand nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von mindestens einer Million Euro. Acht Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt.

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Der G20-Prozess um die Ausschreitungen in der Elbchaussee läuft bereits seit anderthalb Jahren - mittlerweile wieder öffentlich.
"Das war keine Demonstration"

Er wolle keine Rechtsgeschichte schreiben, sagte der Staatsanwalt am Montag. Das einzige was er wolle sei, dass die Angeklagten für ihre Straftaten verurteilt würden. Und Straftaten hätten die fünf Männer begangen - davon sei er nach dem nun eineinhalb Jahren andauernden Prozess überzeugt. Die fünf seien damals auf der Elbchaussee in dem Aufzug Vermummter mitgelaufen, der von vornherein auf Zerstörung ausgerichtet gewesen sei. "Das war keine Demonstration", so der Staatsanwalt. "Das einzige, was hier demonstriert wurde, waren Gewaltbereitschaft und Zerstörungswut."

Höchste Strafe für Franzosen gefordert

Vier der Angeklagten hatten im Prozess gesagt, sie hätten nur friedlich demonstrieren wollen. Als Autos in Brand gesetzt und Scheiben eingeworfen wurden, seien sie überfordert gewesen und ausgeschert. Für den französischen Hauptangeklagten beantragte der Staatsanwalt zudem, ihn wieder in Untersuchungshaft zu nehmen. Für ihn forderte der Staatsanwalt auch die mit vier Jahren und neun Monaten Haft längste Strafe. Der vorbestrafte Franzose habe eigenhändig einen Böller in ein Haus geschleudert, so der Staatsanwalt. Am Abend des Tattages habe der 24-Jährige zwei Flaschen und zwei Steine auf Polizisten geworfen, die allerdings nicht trafen.

Das Landgericht will sein Urteil am 10. Juli verkünden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2020 | 19:00 Uhr

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